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Alt 04.02.2006, 16:53
DameTR DameTR ist offline
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Re: Ich mache mal weiter...

Wie Zerd schon sagte, man darf nicht alle über einen Kamm scheren. Wir wissen, daß es nicht "die Türken", sondern eine differenzierte Vielfalt von deutlich unterschiedlichen Lebensphilosophien unter uns gibt. Mit teilweise frappierenden Unterschieden in der Selbstwahrnehmung, in sozialen und kulturellen Aktivitäten, sowie im Konsumverhalten.
Aber wir kennen doch alle dieses Phänomen. Jemand ist hier geboren, hat sogar eine gute Ausbildung, hat eventuell studiert, aber dennoch denkt man: "die sitzen zu Hause immer noch auf einem Baum" (nicht das es dies bei Deutschen nicht gebe, aber da von sprechen wir hier ja nun nicht). Hier spielt der Bildungsstands der Eltern eine sehr wichtige Rolle. Es war überwiegend die Landbevölkerung, die in den 60ern den Weg nach Deutschland gefunden hat. Aus angst die Identität zu verlieren zogen sich immer mehr zurück und ließen es nicht zu, daß etwas Neues in ihr Leben trat. Sie wurden Rückständiger, als sie es schon in der Türkei, im vergleich zu der Stadtbevölkerung, waren. Die Menschen in der Türkei hingegen, entwickelten sich ohne Berührungsängste weiter. Ich muß ehrlich gestehen, daß ich mich in der Türkei nicht als jemand der in Deutschland aufgewachsen ist zu erkennen gebe. Man wird sofort in eine Schublade gesteckt: dumm, altmodisch, religiös ... usw.

Zerd: "wir gehoerten zu den ersten jahrgaengen von deutschtuerken an deutschen unis"

Da muß ich Dir doch gleich mal Wiedersprechen: mein Bruder ist Jahrgang 1956, hat hier Abitur gemacht und im Anschluß studiert. Er hatte einige Kommilitonen, die wie wir hier aufgewachsen waren. Als ich anfing zu studieren waren wir gleich mit 4 türkischen Mädels im ersten Semester (und das ist auch noch vor Deiner Zeit). Dennoch stimmt es, daß die "türkischen Türken" in der Überzahl waren.

Zerd: "wie oft hoert man hier im forum auch saetze wie bei einer tuerkin geht das nicht, eine tuerkin macht das nicht oder aehnliches"

Jede Generation hat seine eigene Lebensweise, die sie ungern ändert, wenn die nächste Generation sie nicht dazu auffordert, sich widersetzt ... auch Eltern können sich weiter entwickeln, man muß ihnen nur die Gelegenheit geben und ihnen die eignen Vorstellungen von Leben näher bringen.
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