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AW: Was bedeutet es, Zaza zu sein ?
Was ich vielleicht noch vergessen habe, ist, dass der soziale Status der Ausländer in der DDR ein ganz anderer war als in der Bundesrepublik.
In der BRD war der ausländische Gastarbeiter ja eher unterpriviligiert. Er machte die Drecksarbeiten, die kein Deutscher machen wollte (Müllabfuhr, harte, körperliche Arbeit, Putzen etc) Dafür wurde er dazu auch noch schlecht bezahlt.
Für die Westdeutschen gab es damals wenig Grund, die Ausländer als "Konkurrenz" zubetrachten. Jedenfalls, als der Staat bzw die Unternehmen sie noch als billige Arbeitskräfte brauchten und es für die Deutschen ja noch genug bessere und besser bezahlte Jobs gab.
Dass sie ihnen "ihre deutschen Frauen" wegnehmen könnten, davor hatten im Westen auch nicht so viele Männer Angst. Erstens, weil sie meist ihre Familien mitbrachten, zweitens, weil sie ja meist selbst vorhatten, nach ein paar Jahren in ihr Heimatland zurückzukehren und sich dort mit dem in Deutschland verdienten Geld eine Existenz aufzubauen, drittens, weil sie aufgrund ihres sozialen Status für die verwöhnte westdeutsche Durchschnittsfrau doch eher eine schlechte Partie darstellten. Hinzu kam noch, dass sie oft aus sehr traditionell geprägten, ländlichen Gebieten (z.B. Anatolien) stammten und die kulturellen Barrieren daher enorm waren. Abgesehen davon, waren viele ja selbst überhaupt nicht an einer Beziehung mit einer Deutschen interessiert.
In der DDR war das anders. Die dort lebenden und arbeitenden Ausländer wurden für die gleiche Arbeit gleich oder sogar besser bezahlt. Besonders Ausländer aus sogenannten "nichtsozialistischen" Ländern" genossen im Verhältnis zur DDR- Bevölkerung grosse Privilegien. Es gab spezielle "interhotels" für sie, die ein Ostdeutscher nicht einmal betreten durfte. Sie kauften in bestimmten Geschäften ein (Intershops), wo man nur mit Devisen bezahlen konnte. Der Durchschnittsbürger besaß aber nur DDR-Mark und konnte dort nicht einkaufen gehen. In den Bars und Restaurants warfen sie mit Geld nur so um sich, dass sie zuvor zu absurden Umtauschsätzen schwarz getauscht hatten. Auch ganz gern mal mit hübsche ostdeutschen Frauen. Zum Leidwesen der ostdeutschen Männer, die sich das nicht leisten konnten. Somit waren sie eher die "Kings" als die "Looser" - und das brachte ihnen auch viele Neider ein.
Auf der Leipziger Messe reiste jedes Jahr ein ganzer Stab von ostdeutschen Edelprostituierten an, und zwar nicht illegal, sondern der Staat verdiente mit. Eine willkommene Devisenquelle. Und ab und zu war das natürlich auch mal eine gute Gelegenheit, so an geheime Informationen des "Klassenfeindes" zu gelangen.
Ansonsten stand Prostitution aber in der DDR unter Strafe.
In der DDR assoziierte man einen Ausländer also nicht unbedingt mit "arm und unterpriviligiert". Ganz im Gegenteil. Sie hatten eher einen höheren sozialen Status als der Rest der Bevölkerung.
Ich glaube, deshalb hat der Rassismus im Osten zum Teil auch ganz andere Wurzeln als der im Westen.
PS: Damit sind wir jetzt natürlich inzwischen total off-topic. Tut mir Leid. Vielleicht sollte das in einen neuen Thread verlegt werden ?
"Woher kommt der Rassismus im Osten ?" Oder "Ausländer in der DDR" ????
Hab gerade keine besseren Vorschläge parat. Ist aber, glaube ich, ein ganz interessantes Thema.
Geändert von cassandra (15.02.2007 um 03:04 Uhr)
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