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Zitat von ali
mar
Ja, das klingt logisch... zunächst
Die Mauer ist 1989 gefallen. also vor 18 jahren!
Ich meine deine Erklärungen sind logisch wenn wir über 50 jährige sprechen.
Aber welche Unterdrückung hat den ein Heute 15,20,25 oder 30 jähriger erlebt?
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@ali. ich denke genau diese generation ist die weit größer problematischste... sie ist praktisch die 2. generation der wende oder ist gerade hineingeboren .... deren eltern sind diejenigen, die einen "schock" erlitten haben.das ist sicher für viele kaum nachvollziehbar, aber der stumpfsinn der letzten jahre ddr , die auswegslosigkeit und dann plötzlich "frei" zu sein ( wenn man freiheit mal so oberflächlich definieren kann...) haben viele nicht verkraftet , mental und emotional und intellektuell nicht. und diese innere einstellungen und die "schmach des verlierens" gehen unbewusst an die kinder weiter.
obwohl ich dort großgeworden bin, so lebe ich ja schon seit vielen jahren in west-berlin. nach der wende waren die menschen aus dem osten für mich auch unerklärlich fremd. ich konnte mich mit ihnen kaum noch identifizieren...obwohl man die gleiche sprache spricht, redet man in vielem aneinander vorbei. ich habe in den vielen jahren genau beobachtet und aus eigenem interesse solche phänomene zu ergründen versucht... bei vielen dingen stosse ich an grenzen, wenn ich z.b. ein lebensgefühl, ein lebensziel oder eine lebensphilosophie " an den mann" bringen möchte... man versteht es nicht- obwohl man deutsch spricht. die subtile welt der erfahrungen und gefühle von menschen werden in so unsichtbaren portionen an die nächste generation weitergegeben, die dieses wie eine "pseudogenetische " spur als negativbild, welches ja nicht mehr der tatsächlichen realität entspricht an junge menschen weitergibt. eltern haben immer noch den größten einfluss auf kinder und jugendliche. wenn eltern resignation, orientierungslosigkeit und undefinierbaren hass auf alles und irgendwas weitergeben, wird sich dieses sogar noch in der dritten generation wiederfinden. bildung und kulturelle weitsicht, politische offenheit und vielleicht eine spur anarchie täte vielen gut, diesen kreis durchbrechen zu können.
im prinzip sehe ich im weitesten sinne sehr viel parallellen zu einwanderern , migranten oder asylanten. jemand, der seine heimat aufgeben muss, jemand der seine inneren werte abrupt "verloren im anderen land " sieht , jemand der lebensziele abrupt verloren sieht und die neuen erfahrungen und anderen werte nirgendwo zuordnen kann , verliert sehr viel von einem idenditätsgefühl. und ich denke , der "deutsche" im weitesten sinne ist ein melancholiker, einer , der eher dem gewesenen nachtrauert, als einer, der aus dem gewesenen etwas neues schafft. ich sage das so mal ganz "grob " , er scheut das risiko , dem neuen zu vertrauen . der politische kleinstaat von 1848 ist immer noch in "uns" als persönlicher kleinstaat....
diese thematik bedarf eigentlich einer ganz allumfassenden langzeitstudie , die politische , historische , ethnische, soziale und intellektuelle strukturen aufgreift und untersucht... es gibt historiker, die diese problematik aufgreifen , ich befürchte aber, das solche überlegungen an der regierung "vorbeirauschen", denn alles was dem staatsmonopolistischem kapitalstaat auf lange sicht geld kosten würde wird auch nur als kopfgeburt akzeptiert aber nicht umgesetzt.
. aber solange der "deutsche" sich selbst seiner eigenen idendität beraubt ( siehe deutscher nationalstolz... wie schwer tun sich da die deutschen) , solange wage ich mal zu behaupten, kann er kaum die identität anderer menschen als bereicherung sehen, sondern eher als etwas diffuses, was ihm "ans leder will". das ist ein wirkliches dilemma.
... und wieder ist das posting zu lang geworden.... also kehren wir wieder zum thema zaza zurück...
MAR