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Alt 26.02.2007, 10:25
Anouk
 
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AW: Jüdischer Kindergarten geschändet

So traurig es klingt: ob Kindergarten, Wohnhaus oder Synagoge.. die machen vor nichts halt. :( Ich fühlte mich gerade an die beiden Anschläge auf die Lübecker Synagoge Mitte der 90'er erinnert, an Mölln, Rostock-Lichtenhagen, den (bis heute nicht geklärten) Brandanschlag auf ein Lübecker Flüchtlingsheim mit zehn Toten, davon sechs Kindern.. den Brand einer katholischen Kirche in Lübeck, die angezündet wurde, weil ein evangelischer Pastor es gewagt hatte, einer von Abschiebung bedrohten Familie Kirchenasyl zu gewähren.. und überall Hakenkreuze, Parolen, Aufmärsche. Versuche, Kommunal- und Landesparlamente vom rechten Rand zu infiltrieren..

Die Justiz tut sich häufig recht schwer, solche Dinge zu klären. Beweismittel verbrennen. Und wenn mutmaßliche Brandstifter geschnappt werden, landen sie in der Regel, anders als zu RAF-Zeiten, als Einzeltäter vor Gericht. Inwieweit System hinter solchen Anschlägen steckt, wird selten so offensichtlich wie im Fall des zu lebenslänglich verurteilten Rechtsterroristen Kay Diesner. Er hatte 1997 einen Berliner Buchhändler, den er für links hielt, lebensgefährlich verletzt, auf der Flucht einen Polizisten erschossen und einen weiteren schwer verletzt. Es gab andere Fälle nach ähnlichem Muster, woanders, mit frappierenden Parallelen. Aber Zusammenhänge, Verbindungen, waren juristisch nicht nachweisbar. Wie auch? Wenn der Staat sich schon schwer tut, das NPD-Verbotsverfahren sauber durchzuziehen..

Die Anschläge in Lübeck mobilisierten damals eine breite Solidarität mit der jüdischen Gemeinde. Und die Wählerstimmen für die Rechten bei Kommunalwahlen gingen in den Keller. Wenigstens das. - Hoffentlich sieht's in Berlin ähnlich aus. Alles andere wäre so traurig wie beschämend..

anouk
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