Thema: Wer bin ich?
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Alt 06.03.2006, 21:38
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Re: Wer bin ich?

Hi Ray

Deine Geschichte ist sehr interessant und ich glaube, dass es sehr viele gibt, die dir nachfühlen können. Bestimmt gibt es viele, denen es genauso oder ähnlich geht wie dir.

Ich kann mich wahrscheinlich nur beschränkt in deine Situation versetzten. Wahrscheinlich muss man selber in so einer Situation sein, um wirklich richtig nachfühlen zu können. Ich kenne diese Probleme jedoch persönlich nicht. Dennoch kann ich mir ungefähr vorstellen, wie hart das für dich sein muss.

Ich kann dir nicht sagen, was du machen sollst, das steht mir nicht zu. Aber ich bin seit einiger Zeit der Überzeugung, man sollte einfach das tun, was einem gut tut und wozu man Lust hat. Klar, es sollte überlegt sein. Aber wenn du diese Musik magst und sie dir so viel gibt, dann steh dazu. Und wenn dir dieses Mädchen so wichtig ist, dann hol sie dir zurück. Ich habe lernen müssen, dass man oft bereut, wenn man etwas nicht wenigstens versucht hat. Ich an deiner Stelle könnte einen Menschen, den ich liebe NIE so richtig vergessen, wenn es aus solch einem Grund zur Trennung kommt.

Ich rate dir nochmals einige Tag in Ruhe zu überlegen was du willst und dann das tun, was dir dein Herz sagt. Mit deinen Eltern wird das bestimmt nicht einfach oder vielleicht auch total schwierig. Aber was wollen sie tun ausser es dir verbieten? Und dann kommt ein 3. Grund, der dich ins Zweifeln bringt (etwas anderes zusätzliches) dass sie dir verbieten und dann ein 4. und so bestimmen sie dein Leben. Es ist jedoch nicht ihr Leben, sondern deines.

Wohnst du noch zu Hause? Ich bin oft mit meinen Eltern aneinandergeraten als ich noch zu Hause gewohnt habe. Deshalb bin ich früh (mit 19) von zu Hause ausgezogen. Nun wissen meine Eltern nicht immer alles, was bei mir so läuft, die brauchen ja auch nicht alles zu wissen. Ich bin jetzt 25 und habe mit meinen Eltern seit ich nicht mehr zu Hause wohne ein viel, viel besseres Verhältnis. Und natürlich auch mehr Freiraum, mehr Eigenverantwortung. Solange man zu Hause wohnt, bleibt man wohl immer "das kleine Kind, das man bevormunden muss".

Ich möchte dir wirklich nicht sagen, was du zu tun hast. Es ist deine Entscheidung und du musst dahinter stehen können. Ich habe aber vor einiger Zeit die Erfahrung gemacht, wie schnell das Leben plötzlich vorbei sein kann bzw. fast vorbei sein kann bzw. sich schlagartig verändern kann z. Bsp. durch einen Unfall oder so. Und ich habe lange zu fest auf andere Rücksicht genommen und meine eigenen Wünsche vernachlässigt. Seit ich das nicht mehr mache und vermehrt auch mal an MICH denke, geht es mir besser. Denn ich mache nicht das, was andere wollen oder von mir erwarten, sondern das, was ich Lust habe. So sammle ich meine Erfahrungen und lerne daraus.

Ich hoffe, du findest deinen Weg. Sicher hat es hier im Forum noch Leute, die in einer ähnlichen Situation sind und die dir Tipps geben oder dir helfen können.

Liebe Grüsse
Sibel
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