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Alt 11.03.2006, 14:07
DameTR DameTR ist offline
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Zu Hause, da ist zunächst erst einmal alles vertraut. Zu Hause, das ist die Umgebung, in der man aufgewachsen ist. Den Menschen, denen man dort begegnet, kann man sich mitteilen. Man spricht die gleiche Sprache, man geht mit den gleichen Begriffen um, man kann sich selbst dem Anderen erklären, und den Anderen in seiner Art verstehen. Dies geschieht jeden Tag, ohne große Anstrengung oder Schwierigkeiten, denn man lebt in der gleichen Welt. In dieser Welt weiß man, wer man ist.

Durch eine binationale Ehe heiratet man in einen komplexen und festgefügten Familienverband hinein. Die normalen Erkennungsmechanismen sind also erstmal außer Kraft gesetzt oder nur eingeschränkt verfügbar.Hat die Familie des Partners vorher bereits mit Ausländern zu tun gehabt oder ist sie selbst im Ausland gewesen, erleichtert dies das gegenseitige Kennenlernen. Ist das jedoch nicht der Fall, kann es leicht zu Verständigungsschwierigkeiten kommen.
Das Zusammenleben ist normalerweise geprägt durch die Art und Weise, wie Menschen miteinander umgehen. Der Andere wird verständlich, lässt sich erklären und kann sich darstellen als Person, durch seine Reaktionen. Diese sind es, die den Anderen vertraut oder fremd erscheinen lassen. Vertraut ist, was erlernt wurde von Kindheit an. Fremd ist, was nicht vertraut ist. Wann wird gelacht, wann wird getrauert, wann ist man gereizt, wann ist es zu viel, wann zu wenig?

Innerhalb dieser Reaktionsmuster kommt es erst zu einer eigentlichen Begegnung von Menschen. Oder auch nicht, wenn alles nur fremd erscheint und dadurch Berührungsängste entstehen. Dann stoßen die Welten aufeinander. Dann wird nicht verstanden, jedenfalls nicht selbstverständlich, warum jemand so oder so reagiert, und zwar auf beiden Seiten.

In einer binationalen Ehe ist die 'Seitenstärke' ungleich verteilt. Der neu aufgenommene Einzelne steht einer ganzen Familie gegenüber. War vorher das Muster, ganz selbstverständlich in dieser oder jener Weise zu reagieren, so sieht man nun, dass die Mehrheit anders reagiert. Innerhalb dieser Wahrnehmung, die eine Woge an Gefühlen - wie Erstaunen, Verunsicherung, Fremdheit - mit sich bringt, stellt sich die Frage: "Wer oder was bin ICH?" neu. Auch die Möglichkeiten der Selbstdarstellung müssen neu überdacht werden.

In der Familie geht es aber nun darum, sich darzustellen und einen Platz in dem bereits bestehenden Familiengefüge zu finden. Doch die erlernten Parameter fehlen oder sind zumindest nicht mehr selbstverständlich klar. Das Miteinander, in welcher Form auch immer, bedarf einer ständigen Hinterfragung der eigenen Person. Wieder und wieder und noch einmal.

Ich bekenne: Alles nur geklaut !
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Ticaretadam (03.02.2007)
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