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AW: wer kann mir ein Gedicht ins Türkische übersetzen.
schoenes sprachgefuehl und gute intuition. zerd wurde ja schon mit einigem in verbindung gebracht, aber noch nicht mit zerreden, obwohl ich tatsaechlich sehr stark dazu neige, alles moegliche zu zerreden, koennte man meinen, wuerde ich denken.
andrerseits: bei diesem vielen zerreden ist mir auch aufgefallen, dass sich manches leichter zerreden laesst, anderes schwieriger und manchem sogar gar nicht beizukommen ist, solange beim zerreden ein minimales regelwerk an logik und anstand beibehalten wird. es scheint fast, dass die zerredbarkeit von konstrukten jedweder art gewisse voraussetzungen und abhaengigkeiten hat. auffaellig war auch, dass zerredetes sehr bald weiterententwickelt, optimiert, oder auch nur ersetzt wird, haeufiger durch schwieriger zerredbares. ebenfalls nicht abzustreiten ist, dass das nicht zerredete aus einem vergeblichen versuch, es zu zerreden, gestaerkt hervorgeht und somit weiter an zerredbarkeit verliert. waehrend derjenige, der ueberhaupt kein zerreden zulaesst, zuletzt doch meist im stillstand verharrt.
wenn ich ueber gedichte rede, wuerde ich nie das gedicht oder den dichter in frage stellen, in keinem fall. es geht mir um die technik, das handwerk, die vorgehensweise. an deinen gedichten fiel mir auf, dass du gerne mit der sprache hantierst oder auch experimentierst, grosse stimmungen zulaesst und wahrnimmst und diese mit ausdrucksstarken bildern zu verknuepfen in der lage bist. mich hat die frage nach dem ausgangspunkt interessiert: sind zunaechst die bilder da, die entsprechend artikuliert die stimmung hervorbringen, ist da zunaechst ein stimmungsvoller moment, mit dem die bilder dann assoziiert werden, die dann in sprache gekleidet werden, oder sind zunaechst sogar die woerter da, die entsprechend zusammengesetzt die stimmung und die zugehoerigen bilder hervorbringen oder erinnern.
mein ausgangspunkt war immer nur die sprache gewesen. ich habe auch sehr stimmungsvolle momente erlebt, die ich gerne in einem gedicht verewigt haette; die rolle von bildern uebernahmen bei mir immer grosse (d.h. recht schwer zerredbare) gedanken den (einzelnen) menschen betreffend. aber nie konnten mir diese momente oder gedanken zu einem gedicht verhelfen, es ging einfach nicht (du kennst das vielleicht auch: die nacht vorbei, die voegel zwitschern, das blatt ist leer!). immer war es nur die sprache, die etwas hervorzubringen vermochte, ein bestimmter satz, eine wendung, manchmal nur ein kunstwort, aus dem heraus oder um das herum sich etwas entwickelte, das ich zuletzt dann als gedicht akzeptieren und dastehen lassen konnte.
ein bekannter tuerkischer dichter meint: unmoeglich, ein gedicht zu schreiben, wenn du verliebt bist, und nicht zu schreiben, im april. muss wohl so etwas aehnliches gewesen sein bei mir.
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