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AW: wer kann mir ein Gedicht ins Türkische übersetzen.
@zerd, ach das hat meinen Tag bereichert, diese Silbe „ zer“ reden... , die meine Assoziationen mobilisiert haben... Ja der weise türkische Dichter hat absolut recht-
Liebe ist etwas was sich in der Wortlosigkeit verirrt, und so wird es wohl sein, das meist die unglücklich Verliebten und „Ent“-liebten Liebesgedichte wie im Rausch schreiben können, um zu bewahren, was ihnen abhanden gekommen ist. Sie bewahren die Worte auf , denn Worte sind wie Gefäße, dünnwandig, irden, leicht zu zerbrechen, und alles in die Worte hineinlegen was sich mit tiefen Seufzern um ein Herz gelegt hat ist in diesem Schmerz das einzig Richtige, wenn die Liebe verloren scheint . Jeder Gedanke , jedes Wort, jede noch so wohlgemeinter Rat- er wäre Nichts und würde nichts bedeuten, denn er wäre (nur vermeintlich) nichts-sagend , denn kennen wir nicht alle den Schmerz, wenn die Seele sich leerweint und alles zum Nichts zusammenfällt? Dann zerpflückt man längst ausgesprochene Worte noch einmal, dreht jede Silbe um, weil man hinter ihr noch eine andere Bedeutung vermutet, der Schmerz um den Verlust des des Wortes Liebe oder Glück verliert sich in der nicht mehr mitteilsamen Schicht der Sprache. Denn- was ist Glück, was ist Liebe-? Der Sinn des Wortes wird absurd. Das alles kommt dem Nichts sehr nahe, analytisch, schriftstellerisch-technisch , mathematisch oder mit der Metapher um die Kraft eines Feuers, welches man zur Brandrodung entzündet.... Ist das Zer- reden wie das Erneuern , ist das Nichts der Ursprung alles Neuen...
Der Ursprung und die Chance auf dem wieder aufzubauen, was wir als Nullpunkt bezeichnen. Gültig für Sprache und Leben...was sich kausal bedingt. Immer wenn vom Schmerz ein Rest bleibt, ist man noch nicht beim Nullpunkt angelangt und das Neue behält einen faden Beigeschmack des Gewesenen. So ist des Dichters leeres Blatt das NICHTS , was eine Chance ist ( zu Schreiben). So ist der Schmerz um die verlorene Liebe das NICHTS , was eine Chance ist ( sich neu zu verlieben) Und alles was sich um dieses Nichts bewegt , ist unbeständig, konstant bleibt nur das Gefühl der Leere ( NICHTS).
So ist- um das Zerredete wieder aufzugreifen alles wie eine Getreideähre zu verstehen, die zerrieben zwischen den Fingern zerfällt und nur noch die Saatkörner in den Händen übrigbleiben- aus denen wir sinnbildhaft unser Brot gewinnen, welches unser Bedürfnis nach intellektueller Nahrung stillt und auch nach der Zärtlichkeit eines nachhallenden lieben Wortes...
Jedes Wort nimmt Gestalt an in dem Moment , wenn es das „ Sprachnetz“ zerreisst , und selbst dann, wenn die großen Worte , die man sagen will keinen Anfang auf einem leeren Blatt finden- sind sie da.
Vielleicht sind sie nur Dir in diesem Moment verständlich, aber sie werden durch Dein Sein in das Leben aller transportiert ... und dann begreifen wir uns als Menschen. Und so verstehe ich das Wort und seine Aneinanderreihung zu Gedichten eine Möglichkeit, aus der Sprachlosigkeit herauszutreten ,
... sorry, zu viel geschrieben? Liebe Grüße Mar
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