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Alt 05.05.2006, 18:18
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mar mar ist offline
TT-Schreck
 
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AW: wer kann mir ein Gedicht ins Türkische übersetzen.

@zerd, Du gibst mir Geistesnahrung , derer ich seit langem entwöhnt wurde, ob Empfindendes in den Raum stellt und in Abkürzungen den Tag durchschreitet. Das echte Wort ,da wo in einer Welt Vertrautes uns in Verkleidung begegnen muss , damit wir es erkennen... Unsere kleine Wahrheiten an die wir uns klammern, der Welt , die eben genau die Sprache oder die Poesie als etwas exotisch erscheinen mir oft als fossil, ja wie Ablagerungen aller Vergänglichkeiten, Membranen aus Zeit ... Wer wie ich in der Sehnsucht verweilen möchte nach den Zeiten aus der Vergangenheit und dem neuen Zeitalter des virtuellen Gedankenausstauschs entgegenfiebern kann, fühlt sich ambivalent , spürt um so deutlicher, wie sich alles verwandelt und möchte den Abhängigkeiten der Erfahrungen von den Erinnerungen und Vergangenheiten einen anderen Raum geben ; in der Fiktion eines " Sprachhauses" - ein Gebäude, das meinen Worten Versteck bieten kann...Ich entrinne so den Versteinerungen schon verbogener und entfremdeter Traditionen, entrinne der Verwahrlosung meiner Sprache und kann im Schutz dieses "Drinnen" vielen Dingen einen anderen Rahmen geben. Alles wartet darauf, wahrgenommen zu werden, sich zu verwandeln und möchte dennoch einer Austauschbarkeit entfliehen. Dieses eigene Sprachhaus oder wie Du so treffend schreibst, die Modellierung (...)bliebe immer gefährdet, in sich zusammenzufallen, wäre da nicht die Gewissheit, das aus diesen gewollten oder ungewollten Verwandlungen Neues hervorgeht. Metamorphosen, aus deren Überresten neue Sprache werden kann, Sprache die ein rotes Siegel unseres Geistes und unserer Hände tragen. Gleichgültig ob Modell, Modell des Modelles, Vorstellung des Modelles oder die reine Fiktion Deine Gedanken beflügelt so zu assoziieren, es ist immer etwas anderes und doch dasselbe ( und da Du Faust zitiertest, greife ich Goethes Worte auf „ in deinem Nichts hoff‘ ich das All zu finden“- welches die Grundweisheit, die Quintessenz einer existenziellen Wahrheit durch alle Zeitschichten hindurch geblieben ist- oder um es mit Martin Buber zu sagen: „Man sagt, der Mensch erfahre seine Welt. Was heisst das? Der Mensch befährt die Fläche der Dinge und erfährt sie. Er holt sich aus ihnen Wissen um ihre Beschaffenheit, eine Erfahrung. Er erfährt , was an den Dingen ist. Aber nicht Erfahrungen allein bringen die Welt dem Menschen zu. Denn sie bringen ihm nur eine Welt zu , die aus Es und ES , aus ER und ER und SIE und SIE besteht. Ich erfahre Etwas“ . .... Ich verstünde dies so –ich erfahre ETWAS- aber nicht ALLES ... ich brauche das Gegenüber , damit ich das was ich denke ent-abstrahieren kann, der Modellierung dem Ebenbild gereicht- aber auch die Modellierung die Möglickeit erhält, ein Eigenes zu werden.

Und wenn ich diese „ Befahrbarkeit“ , wie Buber es nennt, sagen wir die der Gedanken und auch der Emotionen mit diesem , unseren Austausch in Beziehung bringe, sitzen wir im gleichen Zug. Die Bedeutung des Wortes wird hier fast zur Nebensache...obgleich es nichts gäbe was mich mehr erfreuen würde Worte hier wieder zu lesen , als bedeutungsvolle lebendige Sprache ... liebe Grüße Mar
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