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AW: wer kann mir ein Gedicht ins Türkische übersetzen.
liebe mar. ihr muesst geschwister sein, du und dieser mit grossen schritten herannahende sommer - ihr aehnelt euch so sehr.
martin buber kannte ich nicht. aber nach deinen bemerkungen und den spaerlichen hinweisen auf wikipedia scheint mir ich und du durchaus eine lohnenswerte (oops! lohnende oder lesenswerte sollte es wohl heissen; war das nicht freuds geburtstag?...) lektuere zu sein. ich werde das beizeiten ueberpruefen.
das bild vom befahren des lebens scheint mir sehr einleuchtend, auch dem, dass wir "etwas" erfahren, werde ich gerne zustimmen, sogar ganz ohne zusatz. denn dieses etwas muss nicht einmal ein teil von alles sein, es darf durchaus auch anders oder neuartig sein; waere es zu vermessen, hier gar einen gegenentwurf zur eigentlichen quelle der erfahrung zu vermuten.
ich finde es sehr bemerkenswert, wie wir beide in unseren vorstellungen aus scheinbar gegensaetzlichen richtungen kommend zu einem ganz aehnlichen punkt gelangen. du schilderst als grundlage deines sprachhauses die ambivalenten gleichzeitigen sehnsuechte nach vergangenem wie dem sich noch nicht entfalteten. deine modellierung soll helfen, diesen scheinbaren gegensatz aufzuloesen und die moeglicherweise destruktiven konsequenzen einer unscharfen modellierung werden als ursuppe fuer das neu daraus erwachsende begruesst.
dagegen bin ich eher geneigt, das hier und jetzt als grundlage anzusehen. der gelebte augenblick bildet eine entitaet, die den prinzipiell immer gleichen einzigen bezug des menschen zu seinem leben darstellt, seine einzige physische beruehrung mit der welt. das "befahren" des lebens wird somit zum vorbeifahren der welt hinter diesem kleinen guckloch.
natuerlich wirkt die vergangenheit mit, da der wahrnehmende, erlebende und erfahrende mensch bis zu einem gewissen punkt ein produkt dieser seiner vergangenheit (das tuerkische bietet neben vergangenheit ein viel besser in den kontext passendes weiteres wort an, das sich ins deutsche vielleicht als "gelebtheiten" uebersetzen liesse) ist und auf ganz aehnliche oder konsequent fortgefuehrte weise wirkt auch die zukunft in diesem augenblick. aber dieser einfluss ist in der regel rein metaphysischer natur und damit weit gehend unserer vorstellungskraft unterworfen. er ist in jedem falle modelliert.
aber ach, wo ist die wirklichkeit geblieben, da war doch eben noch ein stuhl...
Geändert von Zerd (08.05.2006 um 12:21 Uhr).
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