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Alt 06.05.2006, 15:23
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mar mar ist offline
TT-Schreck
 
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AW: wer kann mir ein Gedicht ins Türkische übersetzen.

Lieber / liebe @zerd...

...fühle mich wie der ungeduldige Zuschauer im Theater beim „ Warten auf Godot“ ... es baut sich etwas auf, die Spannung steigt, gar mancher Zuschauer hüstelt verlegen, weil es nie zu der ersehnten Auflösung kommt....und so drängt sich beim Warten einer Antwort im Forum die Frage auf : WER IST ZERD ?
Abgesehen von der gemeinsamen Herkunft aus einem galaktischem „Draußen“ sind nicht nur die geschwisterlichen Züge mit den herannahenden Sommer unverkennbar ( ich danke für diesen schönen Vergleich) - nein , da ist auch der Gedankengeschwister , der wie er schreibt, den Augenblick als das Dasein der Dinge als Bezugspunkt des Menschen so für sich erkennt. Das ist , so muss ich zustimmen, richtig ; der Augenblick gestaltet und Augenblicke gestalten und Augenblicke Augenblicke Augenblicke erbauen .... und schon sind die Berührungen geistiger Natur „ gestaltbar “ geworden. Das was vormals nur erahnbar mich mit der Welt in Bezug stellt und mich selbst in meiner Wesenheit spüren lässt erhält ein Gesicht, physisch darstellbar in den Dingen und Gegenständen die in Augenblicken und Momenten durch mich gestaltet werden können- eine Hinterlassenschaft menschlichen DINGSEINS , die sich in steinzeitlichen Höhlen bis hin zu antiken Kunstwerken und Gebäuden mein Heute mit einem vielleicht archaischem Wissen bestimmen können ( der Archäologe wäre sicher einer von der ganz besonders besessenen Art... ). Das kleine Guckloch , der Moment des Vorbeifahrens und des Berührens all dieser Dinge , ja , das ist die unabänderliche Tatsache unserer Endlichkeit in diesem Universum ( aber da kommt dann gleich der Gedanke der Relativität auf... ) Aber gerade mit diesem Wissen um das Sein erkenne ich auch , daß , wenn es dieses Draußen gibt, auch das Innen da sein muss. Ich „ befahre“ das Leben und fahre vorbei. Ich sitze im Vehikel „Leben“ und nehme die Dinge wahr. Ich gestalte. Ich forme. Vieles bleibt unbegreifbar- und muß doch danach greifen. Auch wenn der rasante Augenblick mir nur die Möglichkeit gibt, einen Bruchteil dessen zu erhaschen, was ich eigentlich haben wollte. Es bleibt ein Gefühl des Hungers zurück, eine Sehnsucht nach dem verpassten Moment...Wie kann man diese Sehnsucht stillen, wie den Hunger? Der Mensch beginnt , sich das Leben begehbar zu machen, gestaltlose Dinge nehmen Gestalt an . Am einfachsten erkennbar an der Liebe ; sie formt Dinge, noch ehe sie gesagt werden ,noch ehe sie da sind...Unser kleines Guckloch, das Fenster hinaus ins Universum macht mir bewußt, wie klein wir sind, wie schmerzlich oder nicht, es begrenzt mein DINGSEIN ( Leben) Aber ich weiß trotzdem das ich auch im Vorüberfahren den Wert der anderen Dinge erkennen kann, selbst dann noch, wenn sie aus meinem Blick entschwunden sind und sich im Nichts der Zeit verlaufen. Denn seit Jahrmillionen geht nichts verloren- alles hat nur eine größere Weite und Dimension bekommen und jedes Ding hat eine Chance sich dort zu „verstecken“ um irgendwann wiederentdeckt zu werden. ( und hier drängt sich die Frage auf: wenn wir DINGLICH sind- wo sind wir... )
Und was entdecken wir? Das zwischen all Erklärbarem, sei es Physik, Chemie oder meinetwegen die Sprache immer noch ein Mysterium existiert, welches es möglich macht, das zwei Menschen ( wie Du sagst , aus unterschiedlichen Richtungen kommend ) zu einem ähnlichen Punkt gelangen . Ich denke vielleicht ist sie das , die vierte Dimension, nach der alle suchen ... sinnbildlich sicher , den der Raum in dem wir kommunizieren ist virtuell und ausserhalb unserer Vorstellungskraft , aber trotzdem innerhalb unseres Seins existent.
Von einem sonnigen Balkon mitten in Berlin grüßt Mar ( ps: die Wirklichkeit wohnt nebenan...)
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