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Zitat von Zerd
liebe anouk, ich versuche, die dinge aus der perspektive des gelebten augenblicks aus zu betrachten. und da scheint es mir durchaus so, dass ein spannender moment subjektiv schneller vergeht als ein langweiliger, ganz unabhaengig davon, ob dieser moment nun innerhalb einer alltaeglichen handlung vorkommt oder einer gaenzlich aussergewoehnlichen (auch wenn ich nur einmal in fuenf jahren in einer kilometerlangen schlange stehe, kann das furchtbar langweililg und langwierig sein und auch bei der taeglichen arbeit kann es durchaus eine sehr interessante aufgabe geben, die die zeit im flug vergehn laesst). aber natuerlich ist es auch so, dass wenn man auf eine phase zurueckblickt, die hauptsaechlich von staendig sich wiederholender routine gepraegt war, diese phase einem leer und nur aufgrund dieser ereignislosigkeit schnell vergangen vorkommen muss, obwohl dem meiner ansicht nach im gelebten augenblick gar nicht so gewesen ist.
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Ja, das stimmt. Aber ich meinte etwas anderes - was Seneca wesentlich besser formuliert hat als wir kleine Geister es könnten: "Der erste Beweis für eine Beruhigung der Seele ist, meine ich, stehen bleiben zu können und mit sich zu verweilen." Also, überspitzt gesagt: je nach Sichtweise kann man eine (vermeintliche) Stagnation auch als Ausgangspunkt oder Phase gesteigerter Lebensqualität wahrnehmen. Meinst Du nicht? Bei dem, was Du beschreibst, schwingt doch auch Furcht vor einem Stillstand mit - so kommt es mir vor... Oder habe ich mich zu platt ausgedrückt und Dich einfach missverstanden?
Anouk