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AW: Anschlag auf Bibel-Verlag in der Türkei
© ZEIT online, Tagesspiegel | 18.04.2007 14:41
Türkei: Überfall auf christlichen Verlag
Bei einem Überfall auf ein christliches Verlagshaus in der türkischen Stadt Malatya sind mindestens drei Menschen getötet worden. Unter den Opfern soll ein Deutscher gewesen sein.
Istanbul - Die Angreifer hätten den Mitarbeitern die Kehlen durchgeschnitten, berichteten mehrere Fernsehsender in der Türkei. Weitere Mitarbeiter seien verletzt worden. Eine weitere Person sei vor dem Verlag auf dem Pflaster gefunden worden. Ob er vor den Angreifern fliehen wollte oder aus dem Fenster gestoßen wurde, blieb zunächst unklar. Die Polizei nahm dem Sender CNN-Türk zufolge sechs Verdächtige fest. Es sei auch ein Deutscher ums Leben gekommen, sagte der Gouverneur der Provinz, Halil Ibrahim Dasöz, dem türkischen Nachrichtensender NTV.
Der Verlag sei in der Vergangenheit mehrmals von Rechtsnationalisten bedroht worden. Die Furcht vor christlichen Missionaren ist vor allem bei Nationalisten in der zu 99 Prozent muslimischen Türkei weit verbreitet. Die Nationalisten werfen den Missionaren vor, die Einheit des Landes zu untergraben. Anfang vergangenen Jahres war in der Schwarzmeerstadt Trabzon ein katholischer Priester von einem Minderjährigen erschossen worden. (tso/dpa/AFP)
Es ist ein altes türkisches Trauma, den als Ungläubige bezeichneten Christen unterlegen zu sein. Für Christen stehen in aller erster Linie Griechen und Armenier. Mit beiden Völkern ist der drohende Untergang der Türkei verbunden. Aus heutiger Sicht völlig irrational. (sdost)
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