Thema: lieber Zerd
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Alt 09.06.2006, 18:13
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mar mar ist offline
TT-Schreck
 
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AW: lieber Zerd

Liebe Anouk; nun ja – virtuell heiser bin ich nicht geworden, aber die Zeit auf Arbeit lässt mir kaum Spielraum, größere Texte zu schreiben ( so blieb es bei den Wortspielchen... ) und nun ist es tatsächlich Sommer geworden und das treibt mich auch auf eine grüne Wiese.... desto trotz möchte ich doch auf Dein posting antworten; ja, die Gedanken , die aus der Stille kommen, sind die , die zu denken geben- ich denke da ,wenn Du die Reduktion zum Wesentlichen ansprichst, sprichst Du mir aus der Seele. Die Zeiten der großen Unruhe scheinen vorüber zu sein und man will zum Wesentlichen zu kommen. Ich habe so an meinem Küchentisch eine recht plausible Erklärung gefunden, die die philosophische Runde gut umschreiben würde- das Süppchen welches gekocht wird , wurde bei hoher Hitze angebraten und nach und nach kommen die Zutaten hinzu und später dann die Gewürze, dann wird abgeschmeckt- und es fehlt trotzdem noch etwas...immer wieder wird etwas „nachgelegt“... so sind wir denke ich auch bei den substanziellen Dingen angelangt, die behutsame und gut dosierte Würze verträgt... Obwohl ich gedanklich eigentlich wie ein volles Wasserglas mit „ Berg“ bin und jede Bewegung meines Geistes würde einen Sturzbach zur Folge haben- aber mein kleines „ japanisches“ ICH rät mir , die Dinge erst einmal im Stillen zu betrachten und wirken zu lassen. Der Eintrag aus dem Kirchenbuch erinnert mich sofort eine ähnliche Offenbarung aus „ Der Lob des Schattens“ von Tanizaki und wie die alltäglichen Dinge im Leben uns zu einer lebendigen Beziehung des „ Göttlichen „ in Bezug bringen. Ich bin ja nicht christlich geprägt, sondern stamme aus einem Durcheinander eines nichtdeutschem Großelternhaus, was mir zuweilen hilfreich ist, da ich weder dieser oder jener religiösen Strömung zugeordnet bin, sondern mir eine eigene Verankerung von Moral und Ethik und eben auch der Wesentlichheit suchen mußte. Da der Orient, inbegriffen Japan, Indien oder auch der Vordere Orient mir innerlich auf irgendeiner Weise seelisch entgegenkam, vermute ich , das die Wurzeln meiner Gedanken irgendwie aus einer Wüste stammen müssen, und dort ist es sehr still.
Es ist für mich immer noch sehr erstaunlich, wie sich die Gespräche über die Philosophie im Großen und auch die der Persönlichen über Platon, Nietzsche, Cicero,Diogenes etc., hinstrecken – nun, ich denke das die Erfahrungswerte, so wie ich sie zu beleuchten vermag, aus dem gleichen Stoff gemacht worden sind- und deshalb , ohne das man sich zu erkennen geben muss, der andere weiß , weshalb die Ruhe nötig ist- eben deshalb um nicht mit ungebremster Kraft aufzuprallen, sondern das Ziel noch im Fahren anvisieren zu können...Die Erkenntnis, das gerade die einfachen Dinge diejenigen sind, die das Leben bestimmen werden, kommt so denke ich insbesondere an die Oberfläche, wenn man lernt , sich einfach mal „fallen“ zu lassen. Gleich warum man fallen möchte, sei es in ein weiches Kissen oder in ein Rosenbeet mit Stacheln – dieses so fallen lassen offenbart eben das schon erwähnte Substanzielle ... Und so glaube ich, falle ich jetzt auf eine warme grüne Wiese ,lasse die Seele baumeln um wieder zu dem Verlangen zu kommen, diese schwere und trotzdem süße Kost der philosophischen „Speisen“ mit dem größten Appetit weiter zu essen. Licht-und sonnendurchflutete Grüße sendet Dir Mar
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