Einige Fakten zum Alevitentum in der Türkei
In der Türkei leben 60 Millionen Menschen ca. 20 Millionen gehören der Gruppe der
Aleviten an.
Das Alevitentum basiert nicht nur auf dem Islam, sondern enthält viele Elemente
anderer Religionen wie Christentum, Judentum, Schamanismus und Manichäismus.
Das Alevitentum, so wie es heute besteht, formte sich zunächst im 13. und 14. Jh. in
Anatolien. In der Türkei ist das Alevitentum auch heute dank der fortgesetzten
Überlieferung, insbesondere durch alevitische Geistliche (Dedes) und durch die
alevitischen Dichter und Minnesänger (Asiks) als Glaube und Kultur mit seinen
sozialen Normen und Werten lebendig.
Auch wenn der Islam das gemeinsame Fundament bildet, so gibt es doch zwischen
dem sunnitischen und dem alevitischen Islam sowohl in der Lehre als auch in der
Lebenspraxis deutliche Unterschiede. Die Quellen der alevitischen Lehre sind der
Koran und das so genannte "Buyruk“ (Gebot), Legenden über Haci Bektas-i Veli und
alevitische Dichtung wie von Junus Emre, Kaygusuz Abdal, Pir Sultan Abdal, Kul
Himmet usw... Ausser dem Bekenntnis zum Islam gelten die weiteren 4 Säulen des
sunnitischen Islam, fünfmal Gebet am Tag, dreißig Tage Fasten, Pilgerfahrt nach
Mekka und Almosen geben, für die Aleviten nicht als Pflicht.
Im Alevitentum ist die Frau sowohl in der Lehre als auch im religiösen Verhalten wie
z.B. im Cem-Gebet dem Mann völlig gleichgestellt.
Das Alevitentum kennt keine Geschlechtertrennung.
In der alevitischen Lehre ist die Polygamie verboten.
Menschen anderer Glauben und andere Glaubensgemeinschaften werden
respektiert und als Geschwister betrachtet.
Das Handeln der alevitischen Geistlichen (Dede) beschränkt sich auf das geistige
Leben der Gemeindemitglieder; das Alevitentum kennt kein göttlich offenbartes
Scharia-Gesetz. Das Ethos der Aleviten beruht auf Reinheit der Zunge, Reinheit der
Hand und Reinheit der Lende. Das Ziel des alevitischen Ethos ist die Annäherung an
Gott.
Die alevitische Gemeinde ist nach der Bindung an einem bestimmten Geistlichen
(Dede bzw. Pir), die aus verschiedenen Geistlichenhäuser (Ocak) stammen, deutlich
und klar organisiert.
nun aber..
gute nacht
hab schon glubschaugen ;)
cokomel