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Alt 09.07.2007, 09:13
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Dritte Etappe: Tonga

Teil-2
Nach dem Dinner luden die beiden mich noch in einen Club ein. Nun hatte meine Frau ja noch vor meiner Abreise gesagt, ich solle niemals alleine in ein fremdes Auto einsteigen. Naja, so sind türkische Ehefrauen halt, sie sehen ihre Ehemänner als zusätzlich zu erziehendes Kind:smile:. Im Jahre 1985 bin ich mit einem Mietwagen quer durch die DomRep gefahren und habe trampende Polizisten mitgenommen. Im nachhinein erfuhr ich, dass diese normalerweise das Auto gestohlen und mich ins Gefängnis gesteckt hätten. Ein paar Jahre später habe ich nächtliche Sparziergänge durch New York/NY überlebt, genauso wie den Versuch der Drogenmafia auf San Andress mich zu einer nächtlichen Bootsfahrt zu überreden, weil sie überzeugt waren, ich wäre Agent der DEA. Natürlich stieg ich in den Geländewagen. Hey Leute, es regnete kübelweise Südseewasser vom Himmel und der Tag war noch lange nicht zu Ende. Und in einen Einheimischen-Club kommt man sonst nicht ohne weiteres rein. So lernte ich noch viele Freunde der beiden kennen und hatte einen echt super Abend.


Als ich in den sehr frühen Morgenstunden zu meinem Motel kam, saßen die Angestellten noch auf der Veranda. Auf und unter dem Tisch lag der Inhalt eines Altglascontainers, bestehend aus Whiskey- Bier- und Colaflasche, verstreut. Die beiden Fakaleiti waren offensichtlich in der Verköstigung der dargebotenen Getränke am weitesten fortgeschritten. Jedenfalls machten sie keinen Hehl daraus, dass sie gegen ein kleines Tet à Tet nichts einzuwenden hätten. Nun ja, ich hatte… . Freundlich trank ich noch ein Bier (ich hasse Whiskey-Cola) und entfleuchte in mein Zimmer. Am nächsten Morgen bediente mich beim Frühstück der Chef selbst und brachte mich auch persönlich zum Flughafen, sein Personal sei komplett verschollen. :-P



König Taufa’ahau Tupou IV : hat es nicht mehr nach hause geschafft, er starb im September in einem neuseeländischen Krankenhaus. Immerhin hatte er mehr als 40 Jahre die Regentschaft inne und brachte seinem Land eine 97%tige Alphabetisierungsrate. Er orientierte sich zudem sehr an Europa und war begeistert von Deutschland, wo er auch mehrmals zu Besuch war. Zu zweifelhaftem Ruhm kam er, als er zur Jahrtausendwende einmalig die Sommerzeit einführte, damit sein Land, noch vor Samoa, als erstes Land der Welt ins neue Jahrtausend eintauchen möge. Des weiteren verkaufte er meistbietend Tonganische Pässe an Ausländer. Diese Pässe berechtigen zur freien Ein- und Ausreise in Neu Seeland und wurden daher von zwielichtigen Geschäftsleuten mit Vorliebe ersteigert.

Anreise: Der Weg ins Paradies ist weit und teuer. Man kann, wenn man nicht unendlich Zeit hat, nur fliegen und darauf bauen die beiden Großen, im Pazific route business, Air New Zealand (NZ) und Quantas (QF). Alle Pazifischen Airlines wurden mehr oder weniger aufgekauft und dem Preisgefüge angepasst. Von Australien aus gibt es noch einen Virgin-Airline Ableger „Virgin blue“, auch nicht wesentlich günstiger. Es hat mich wochenlange Internetsitzungen und Nerven gekostet, Tickets für die Strecken Auckland-Tonga-Samoa-San Francisco zu erstehen. Aber letztendlich hat sich die Sucherei ausgezahlt.

Tonga:ist eine Inselwelt mit 150 Inseln und Korallenarchipelen. Eigentlich ein Traum und auf einigen Inseln auch mit sündhaftteuren und sündhaftschönen Hotels bebaut. Die tonganische Fluggesellschaft bringt einen auch relativ günstig (was man halt günstig nennt) zu verschiedenen Inseln. Auf die Einhaltung eines Flugplanes sollte man aber nicht unbedingt pochen.

Die Revolution fand bereits statt, allerdings ist sie etwas kleiner ausgefallen. Zwar brannten einige Geschäfte und Hotels vollständig aus, aber der neue König wird im September, ein Jahr nach dem Tod seines Vaters, inthronisiert werden. Leider habe ich keinen Kontakt mehr zu den beiden Deutschen herstellen können. Ich denke aber, dass sie inzwischen wieder in Deutschland leben. Auch von den beiden Geschäftsleuten habe ich nichts mehr gehört, wir hatten unsere email adressen ausgetauscht. Ich hoffe, es geht ihnen gut.

und demnächst: Samoa, am Ziel angekommen
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Daß alle Menschen Brüder sind, erinnert nicht zuletzt an Kain und Abel.
(Hans Kasper (*1916))



Geändert von jsvcp (09.07.2007 um 09:38 Uhr).
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