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AW: Ayse - Mich hat keiner gefragt
Ich habe das Buch gelesen. Es ist die autobiografische Geschichte einer Türkin die in sehr frühen Jahren nach Deutschland verheiratet wurde. Soviel zu der Frage, ob es eine "wahre" Geschichte ist.
Das Buch war vom Erzählstil sehr leicht zu lesen, ist also in einfache Sätze verpackt das Ganze. Aber ich fand, es läßt ziemlich viele Fragen offen. Einerseits vom Aufbau, sie beschreibt also ellenlang in vielen Kapitel das dörfliche Leben an der Schwarzmeer-Küste, später dann aber, bei Sachen, die wirklich erklärungsbedürftig wären, bspw. ihr völlig nicht-nachzuvollziehendes Handeln später, oder auch ihrer Söhne, etc., bleiben völlig offen. Kein Wort dazu. So dass sich bei mir mit zunehmendem Fortschritt der Geschichte immer mehr Fragezeichen gebildet haben und ich auch immer saurer eigentlich auf sie wurde.
Anfangs ist sie das arme Opferlamm, misshandelt usw., wobei auch hier sehr viel widersprüchliches ist.
Beispiel: sie schreibt, sie wurde von Anfang an von ihrem Ehemann vergewaltigt, er hätte nie auf sie Rücksicht genommen, sie gestreichelt oder ähnliches, später schreibt sie, ihr hätte der Sex im ersten Ehejahr Spaß gemacht???? Dann die Schwangerschaften, sie wird nicht schwanger, dann nach Jahren doch wieder, dann will aber die Familie das Baby nicht, oder dann sie nicht und läßt es abtreiben, obwohl die Familie das Baby will....??? Alles ein riesiges Hin und Her. Und völlig unerklärlich. Wobei sie sich immer als Opfer darstellt und später mehr und mehr zur Täterin mutiert, was dann ihre eigenen Kinder angeht.
Sie verheiratet ihre eigene Tochter, um sich an ihrem Mann zu rächen???? Findet es dann aber total klasse und selbstbestimmt von der Tochter, sich nach kürzester Zeit wieder scheiden zu lassen?
Ihr Sohn der lange nichts mit ihr zu tun haben wollte, besucht sie, und sie macht die unglaublichsten Dinge, um alle vor den Kopf zu stoßen und versteht später nicht, dass sie nicht mit ihr sprechen....
Also, ich hätte da einige Fragen an die Autorin und kann ihr Verhalten - später - in keinster Weise nachvollziehen.
Wobei ich natürlich schrecklich finde, was ihr vorher passiert ist. Aber in meinen Augen liegt da einiges im Argen was die Geschichte angeht und daher kann ich das Buch nicht weiter empfehlen.
In meinen Augen soll es mehr in eine Vermarktungslücke misshandelter Frauen passen und bedient mir zu sehr die Klischees. Entweder wurde ihre Geschichte von Lektoren zu viel überarbeitet und wichtige Teile fehlen, oder sie handelt unklug.. So ist es jedenfalls nicht nachvollziehbar.
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