in den nächten besucht mich ein anderes leben
es schleicht sich im dunkel durch diesen raum...
es seufzt und es atmet und kichert und weint
es streift meinen körper. ich spüre es kaum.
ich spüre es kaum – und ich sehe nur bilder
die sich in mein ruhiges leben verlieren.
bilder, die verschwommen in büchern sich ducken
und durch verschlossene türen spazieren.
dieser traum, von dem den du mir sagst ,er sei dein
er verließ dich-und wanderte fort.
erklomm andere höhen und tiefgrüne täler
und tauchte hier auf - am fremden ort.
ganz verschwommen ein buch. neben einem glas wein
nein, kein brot. Ich muss hungrig bleiben
zwischen blättern die menschen , sie stehen und schweigen
und solche , die sich bis aufs messer streiten.
schickst du mir den traum? damit ich ihn weiterdenke?
damit ich die worte in buchstaben kleide?
in
alef, bet, gimmel- oder das ich mich , bei dem was ich sage
nur mit einem
nikud bescheide?
dieses buch mit den bildern will nicht gelesen werden ,
wo ein HERR spricht ,und wir die augen niederschlagen.
in meinen nächten hör ich den träumen zu
und stelle am morgen die selben fragen...
...nach wahrheit und liebe und auch nach der angst
die manchmal beschämt , und mich doch wachsen lässt.
in den nächten besucht mich ein anderes leben.
am achten buchstaben hält es sich fest.
* alef, bet und gimmel sind die ersten buchstaben des hebräischen ABC
* nikud / nikudot nennt man den kleinen strich im hebr. alefbet , so eine art apostroph , der die vokale ersetzt
* der 8. buchstabe ist chet die "schlaufe" der unendlichkeit 