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Zitat von dana81
Hätte ich das mit dem Link eher gesehen, dann hätte ich mir viel Schreiberei sparen können, na egal ;)
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sorry, ich haette vielleicht auch erst googeln und dann fragen sollen...
ich kann dein entsetzen ueber den herrn gut verstehen und kann auch nur versuchen, die sache aus meiner sicht etwas zu verdeutlichen.
zunaechst einmal hilft es, einen eindruck von den gesellschaftlichen verhaeltnissen zu haben, in denen solche menschen aufgewachsen sind und teilweise heute noch leben. die meisten tuerken, die ab den sechzigern als gastarbeiter nach deutschland und europa kamen, stammen aus solchen und aehnlichen anatolischen doerfern. der entwicklungsgrad von solchen doerfern war von region zu region sehr unterschiedlich: waehrend manche doerfer damals noch samt bevoelkerung einem grossgrundbesitzer gehoerten, der quasi alle das leben dieser menschen betreffenden fragen alleine entscheiden durfte, hatten andere sogar schon strom und eine grundschule. in vielen doerfern konnte man von mittelalterlichen feudalen verhaeltnissen sprechen. die maedchen wurden zu arbeitstieren in haus und hof und also einer guten ehefrau erzogen, bis zum heiratsfaehigen alter ernaehrt und dann meist gegen ein sattes brautgeld dem zukuenftigen verkauft, der sie dann mit nach hause zu seiner familie nahm und ihr sogar verbieten konnte, ihre eigene familie auch nur zu treffen. die soehne blieben als stammhalter der familie erhalten und waren sozusagen auch eine rentenversicherung. ausserdem brachten sie mit der braut eine weitere haushaltshilfe ins haus, waehrend die toechter bei ihrer heirat die mutter mit einem berg zusaetzlicher arbeit zurueckliessen. solche verhaeltnisse muss man sich vorstellen, in denen viele der damals eingewanderten aufgewachsen sind. viele von ihnen haben nicht selten ausserhalb ihres dorfes kaum etwas zu gesicht bekommen.
diese menschen kommen nun nach deutschland, in ein land der unglaeubigen (an denen man sich ja eigentlich gar nicht versuendigen kann) und sind zunaechst einmal total orientierungslos, bewegen sich nur in einem tuerkischen umfeld und haben von deutschen frauen ein sehr verfremdetes bild. es entwickeln sich dennoch zahlreiche solcher beziehungen zwischen tuerkischen maennern und deutschen frauen, wobei diese wohl ganz unterschiedlich aufgefasst werden. fuer manche ist diese beziehung vergleichbar mir einer beziehung zu einer gratis-prostituierten, bei anderen entwickelt sich so etwas wie freundschaft, aber nicht mehr, weil viele deutsche frauen eben doch so sehr anders sind, als man sich immer die eigene frau vorgestellt hat. und es mag auch durchaus eine minderheit gegeben haben, die sich ueber ihre anerzogenen konventionen hinwegsetzen und die frau als vollwertige anerkennen konnte.
wenn der papa jetzt schon vor fast vierzig jahren wieder in seine angestammte umgebung zurueckgekehrt ist, wie sollte sich an seinen einstellungen und seiner denke grundlegendes geaendert haben.