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AW: DOC ASKIM oder: das Tagebuch einer ziemlich verrückten Woche
Dienstag, 27. November
Am Morgen hatte ich noch ein wenig Arbeit zu erledigen. Doc Askim kam gegen 11, hatte sich von seinem Job losgeeist. Irgendwie war er an Männchen vorbeigekommen, wir quatschten auf meinem Zimmer und machten uns dann auf Futtersuche. Und das mitten in der Stadt. Ich dachte zwar, oha, was ist, wenn er mit mir gesehen wird, aber gut, sein Risiko, er muss wissen, was er tut. Soviel vorab, wir wurden auch gesehen. Was danach geschah, kann ich nur spekulieren, das Buch „Der offene und direkte Kommunikationsfluss des türkischen Mannes“ gehört wohl zu den Publikationen, die niemals veröffentlicht werden. Den Rest des Tages durfte ich dann gerade wieder alleine vertrödeln. Also so nicht, mein Lieber. Ich wollte zwar keinen unnötigen Stress machen, aber irgendwann mussten dann mal klare Verhältnisse auf den Tisch. Aber kommt Zeit, kommt Rat. Doc Askim teilte mir am Abend per msn etwas von Stress mit, den es gab. Geht’s eigentlich noch? Da hocke ich in derselben Stadt und der Typ quakt mit mir per msn??? Ich konnte mich des Eindrucks nicht mehr erwehren, dass der Kerl noch volle Kanne verheiratet ist. Und vermutlich mit seiner nichts ahnenden Ehefrau kurz zuvor gemütlich beim Abendessen oder vor dem Fernseher abhing…
Mittwoch, 28.November
Doc Askim ließ an diesem Morgen auf sich warten. Er hatte mir versprochen, so gegen Mittag zu kommen, das wurde schließlich halb zwei. Wir fuhren raus, in die Pampa. Zwar malerische Umgebung, aber mir war klar: der versteckt sich mit dir! Ich weiß nicht, was ich erwarten sollte, ich weiß nicht, was ich erwarten konnte. Wir kannten uns zu kurz, aber ich habe trotz allem gerne Exklusivrechte auf einen Mann. Vor allem sah Doc Askim dauernd auf die Uhr. Und erklärte mir dann zur Krönung des Tages „Bis morgen dann!“ Eine Stunde und das sollte alles gewesen sein? Ja war ich denn hier der Pausenclown? Ich brauche keinen, der mit mir Gassi geht. Das konnte ich auch alleine.
Außerdem ist es doof, wenn im Camp nur einer die Spielregeln macht. Stapfte also alleine nach Bursa rein, Männchen nahm den Zimmerschlüssel in Empfang, wahrscheinlich war auch das wieder ayip. Ließ mich durch die Strassen treiben, mampfte Simit, schloss nette Bekanntschaften im Kippenladen und stellte fest, dass ich mit meinem Hilfstürkisch durchaus überlebensfähig bin. Ich liebe dieses Land und seine Menschen, aber warum ich hier immer wieder in Komplikationen reinschlittern musste, war mir schleierhaft. Am Ende habe ich mir Baklava gekauft und meldete mich ordnungsgemäß bei Camp-Leiter Männchen zurück. Das gab neue Punkte, denn inzwischen hatte Doc Askim im Hotel angerufen und mich nicht gekriegt. Ach ja, mein Handy hatte ich natürlich absichtlich vergessen. Bocken kann ich dann auch. Doc Askim erbarmte sich für ein paar Minütchen erneut zu mir und dauernd rappelte sein Handy. Ah super, den hatte ich dann gesehen…bis zum nächsten Tag…ich war offensichtlich in der Version von „Verbotene Liebe“ auf Türkisch gelandet….prost Mahlzeit….nee, also mit mir SO nicht! Also abwarten, cay trinken und die Stadt genießen...notfalls nächste Woche zurückfliegen und um eine Illusion ärmer sein.
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