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AW: Der Weg nach Deutschland
Teil 4
So verging die Zeit, ein Tag jagte den Anderen und eine Saison die Nächste. Inzwischen es waren fast zwei Jahre verstrichen und Hasan längst zum Vollprofi avanciert was Touristinnen anbelangt, stellte Hasan fest, dass die Stadt ....... zu klein geworden war – sein Neues Ziel hieß DEUTSCHLAND. Wohlgemerkt, in diesen 24 Monaten hatte sich auch Hasans äußeres sehr verändert ( er zupfte sich mittlerweile die Augenbrauen, betrieb Sport – und diesen in jeder Hinsicht, hatte einigermaßen kultiviertes Reden gelernt, sich die wichtigsten Sätze in englisch, deutsch und russisch angeeignet, sein tanzen verbessert – was aber das wichtigste von allem war, er hatte gelernt seine anerzogene Mentalität unter Kontrolle zu halten und wenn nötig sogar ganz zu verbergen). Unser Hasan von einst war ein Stadtmensch geworden, der mit seinem Einkommen die gesamte Familie unterhielt. Ja und die Arbeit war wirklich einträglich so hatte er neben seinem Regulärem Verdienst einen nicht unerheblichen Betrag an Trinkgeldern und Bonusleistungen von Seiten der Touristinnen zu Verfügung. Ach ja es gab so viele Frauen die einsam und alleine hier in den Urlaub kamen, und für ein wenig Aufmerksamkeit bereit waren auch einmal den Geldbeutel zu öffnen. Man mag es kaum glauben, aber Hasan hatte noch nie in seinem Leben ein Telefon gehabt geschweige denn ein Handy. Jetzt hatte er dank Hamdi, bei dem er in die Lehre gegangen war nicht nur eins, sondern mehrere – und er musste nicht einmal für die Kontürs aufkommen, seine zahlreichen Bekanntschaften versorgten ihn von Deutschland, England ja sogar von Russland aus mit dem meisten was er zusätzlich für sein Leben benötigte. Jeder dieser Damen dachte auch, dass sie die einzige war – nun das waren sie ganz sicherlich auf ihre eigene Art. Hasan hatte begriffen, das man weiter im leben kam, wenn man gewisse Angebote zu nutzen verstand – auch wenn man dies aus moralischen Gründen eigentlich nicht vertrat. Hasan sah in den Meisten weiblichen Gästen einfach nur Frauen, die ihn finanzierten und für sein körperliches Vergnügen sorgten. Jedoch viel wichtiger war, das eine von ihnen ihm seinen Freifahrschein nach Deutschland lösen würde. Hasan stellte fest, das es drei Kategorien von Frauen gab. Die erste waren Frauen, erfahren waren und einfach nur ihren Spaß haben wollten und dafür auch bereit waren gewisse Zugeständnisse zumachen ( die waren Hasan am liebsten ), die zweiten waren die, die Potentielle Tickets nach Europa darstellten, sie waren oft einsam, oder hatten Beziehungen hinter sich, die sie nicht erfüllt hatten ( diese waren anstrengend aber von Nutzen). Er brauchte sie um seiner Familie ein besseres Leben bieten zu können und für die Aufenthaltsberechtigung – Hasan beugte sich in Aussicht auf eine schönere und sichere Zukunft, auch wenn er dafür eine Ungläubige würde Heiraten müssen. Dann gab es noch die 3 Kategorie, das waren anständige, moralisch einwandfreie türkische Frauen, die ein gesittetes Kopftuch trugen, seine Lebensauffassung teilten und bereit waren ihm viele Kinder zu gebären. Und genau für so eine Frau arbeitete Hasan.
sultansleyman 15.12.2007
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