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AW: Der Weg nach Deutschland
Teil 5
Damit es verständlicher wird was genau Hasan tat, werde ich hier etwas ausholen und einen gezielten taktischen Angriff auf das Zielobjekt Touristin erläutern. Da Hasan sehr gute und Erfahrene Lehrmeister gehabt hatte ( die inzwischen beide in Deutschland verheiratet waren und kurz vor dem erlangen der Aufenthaltsberechtigung standen ) , war sein Blick für potentielle Opfer geschärft worden. Kaum kam eine Neue Ladung von Gästen im Hotel an, peilte Hasan schon an der Rezeption eventuelle Kandidatinnen an. Er suchte einen ersten Blickkontakt und machte Ausfindig ob die Dame in und vor allem wessen Begleitung war. Dann lief er ganz zufällig und freundlich lächelnd auf die Frau zu, warf ihr einen langen Blick zu, hielt kurz inne – um dann ohne weiteren umschweife an ihr vorüber zu gehen. Aber er verlor sie keineswegs aus den Augen. Sobald er sich für eine oder zwei entschieden hatte, beauftragte er seine Lehrlinge ( er war ja inzwischen Meister geworden ) ihm genausten Bericht zu erstatten – was seine „ Frau/en“ tat oder wo sie war/en. Kein anderer Kellner, Masseur oder Barkeaper durfte von nun an mit besagter Person in Kontakt treten. Über jeden Schritt der Frau war er bestens informiert. Er brachte in Erfahrung ( von den Köchen – die am Büffet arbeiteten) was „sie“ gerne aß, vom Barkeaper – was sie gerne trank, von den Kellnern – an welchem Tisch sie am liebsten saß. Von der Rezeption erfuhr er sogar, welche Ausflugspakete sie buchte. Dann nach 1-2 Tagen arrangierte er es so, das er sie unter einem Vorwand ansprechen konnte. Wohlgemerkt – zurückhaltend, ja sogar etwas schüchtern wirkend, höflich aber bestimmt. Er richtete es nun so ein, das er ihr immer wieder über den Weg lief und jedes mal wenn sich ihre Wege kreuzten, wechselte er ein paar Sätze. Am Anfang musste immer er den ersten Schritt machen, doch nach ein paar Tagen Arbeit waren es die Frauen die ihm dann immer freundlicher zu lächelten, winkten und das Wort an ihn richteten. Dann wenn so ein leicht vertrauensvolles Verhältnis hergestellt war ( Hasan investierte nur die Zeit in Touristinnen, die länger als 7 Tage blieben), sorgte Hasan dafür, dass er die Aufmerksamkeit der Frau auf sich ziehen konnte. Dies tat er dann, in dem er eine sehr betrübte und traurige Mine aufsetzte, ganz bewusst fast abwesend an der Frau vorbeilief und nicht auf ihr hallo oder winken reagierte. Seine Erfahrung hatte ihn gelehrt, das Frau dann meist aufsprang, nach ihm rief und wissen wollte was denn los sei. Das war der Zeitpunkt wo der Fisch am Haken war. Hasan fast den Tränen nahe meinte dann – kann nichts reden, nicht hier. Die Frau dann mitleidsvoll und in ihrem ganzen Element fragte dann sehr mitfühlend, Hasan wann hast du denn dann Zeit ? Ich höre Dir gerne zu. Hasan begann nun seinen Köder einzuholen. Heute Abend am Strand ? Einen tiefen Seufzer von sich gebend und mit hängendem Kopf - vielleicht noch einen Dackelblick natürlich todtraurig auf erwählte Dame werfend, lief Hasan nun davon. Hätte man eine Röntgenbrille gehabt um Hasans inneres zu sehen, hätte man erkennen können, das seine Phantasien Purzelbäume schlugen, wild kreisten seine Gedanken darum, was er zu welchem Zeitpunkt heute Abend sagen musste. Etwas später als Verabredet erschien Hasan dann am Strand ( sein Anblick war dann auch zugegebener Maßen für so manch eine Frau – die verblendet werden wollte – auch nicht ohne). Noch bevor die Frau etwas sagen konnte – fing Hasan an zu reden ( er musste das Kommando behalten). „ Danke – sen cok tatlisin ( du süß), ah beni anlamiyorsun ( du verstehst mich nicht) ama geldigin icin sagol ( danke du gekommen). Dann tat er so, als hätte sie etwas im Haar und streifte mit den Fingern – entschuldigend darüber. Dabei beobachtete er ganz genau ob sich in ihren Augen und an ihrem Hals, oder den Armen durch seine Berührung ausgelöst, etwas regte.
by sultansleyman 16.12.2007
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