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Alt 24.08.2006, 10:38
rebel
 
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AW: Der Fall Günther Grass

ich hab zwar noch weniger ahnung von günther grass als turgay, aber dafür kenne ich mich mit der waffen-ss aus. es ist leider nicht so, dass die waffen-ss nur der militärische arm der ss war. die waffen-ss war in zwei organisationen geglidert, einmal die ss-verfügungstruppen (werden immer fälschlicher weise als waffen-ss bezeichnet) und die ss-totenkopfverbände. die ss-totenkopfverbände waren hauptsächlich für die "bewachung" der Konzentrationslager zu ständig, wurden aber auch militärisch eingesetzt. die ss-verfügungstruppen waren der eigentliche militärische arm der ss, interressanter weise waren dort mehr ausländer als deutsche. 1944 hatte die waffen-ss 950.000 mitglieder, davon etwa 5.000 soldaten der ss-totenkopfverbände. wie man an der mitgliederanzahl sieht, hatte die waffen-ss ab einem gewissen zeitpunkt des krieges auch gar nichts mehr mit ihrem eigenen eliteanspruch mehr zu tun, anfangs wurden nur leute genommen die heutzutage T-1 gemustert werden würden und man musste sich bewerben. später wurden selbst die leute die von der wehrmacht als nicht kriegsfähig angesehen wurden von der waffen-ss gezogen, somit waren die leute noch nicht mal freiwillig bei der ss (vielleicht auch Günther Grass). warum kam es grade auch bei der waffen-ss zu exzessen, wie massenerschießung von kriegsgefangenen und speziell juden? wenn man bedenkt, dass diese menschen kaum ideologischen drill bekamen im gegensatz zur ersten generation der ss-soldaten. vielleicht sollte ich hier noch mal den filmtipp von mar wiederholen "das experiment". aber kommen wir nun zum wichtigen teil. man diente in der regel höchstens ein jahr in den ss-totenkopfverbänden und kam dann wieder zur ss-verfügungstruppe, sprich es fand ein ständiger austausch zwischen diesen beiden unterorganisationen statt. mein opa väterlicherseits war selbst in der ss-division-dasReich, welche zur ss-verfügungstruppe gehörte. ich hab ihn mal vor jahren gefragt, ob er was von der massenvernichtung der europäischen juden wusste oder mitbekommen hat. er verneinte dieses. er war glaub ich nr ss-untersturmbannführer was nichts hohes ist, von daher hät es sein können. vor ein paar monaten sprach er mich mal an und wollte nochmal darüber reden und er sagte mir, dass darüber geredet wurde, schließlich fand der austausch in den organisationen statt. ob man es nun glaubte oder nciht, die meisten habens wahrscheinlich einfach verdrängt, aber wer die wahrscheinlichkeit das ein mitglied der waffen-ss egal welcher rang er war von der vergasung der juden wusste ist sehr hoch.
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