Einzelnen Beitrag anzeigen
  #8 (Permalink)  
Alt 17.01.2008, 09:03
semeyale
 
Beiträge: n/a
AW: Alltag als Deutsche in der Türkei

Hach, das ist doch ein Thema, wo ich was zu sagen kann

Zitat:
Zitat von schwarze Rose Beitrag anzeigen
So genau weiß ich nicht, ob dieses Thema hierher gehört, aber in letzter Zeit lese ich öfter, dass Frauen überlegen, zu ihrem Freund in die Türkei zu ziehen. Sicher ist es nicht die beste Idee nur wegen dem Liebsten her zu kommen. Ich bin also froh, dass ich mich in einer unserer "Beziehungspausen" fest dazu entschlossen habe. Somit war für mich vorallem die Stadt entscheidend. Außerdem habe ich mich entschieden das Ganze erstmal für ein Jahr zu "testen".

Nun tun sich mir da ein paar Fragen auf (vllt. gibt es das auch schon irgendwo, dann sry)

Wie ist das denn als Deutsche im Ausland? Definitiv ist man immer als Deutsche erkennbar und bleibt eine yabanci. Auch wenn man gut türkisch spricht raten sie, dass dann zumindest ein Elternteil deutsch sei. Mag aber auch einfach an meiner Optik liegen. Auf der Straße werde ich aber durchaus auch schon von türkischen Frauen angesprochen, wenn es um die Uhrzeit oder die nächste Bushaltestelle geht. Aber kommt darauf an wohin man geht fällt man doch mehr auf. Hier wo ich arbeite tummeln sich eh viele Ausländer und auch Touris, aber viele kennen einen nach ner Zeit. In askims mahalle falle ich dann schon mehr auf, aber mit askim an der Seite kein Thema und sie können anhand meines Verhaltens einschätzen, dass ich hier lebe.

Es sagt sich so leicht:Ich ziehe zu ihm. ok. Wenn er nicht arbeiten muss, ist ja alles klar und frau ist nicht alleine, aber er will ja auch mal mit seinen Freunden treffen und mit denen weg gehen? Tja, also mein askim arbeitet und zwar nicht zu wenig. 7 Tage die Woche von morgens 10 oder 11 bis abends gegen 12 oder 1 Uhr. Allerdings ist er selbstständig, so dass auch mal ne Aushilfe einspringen kann. Dazu ist er aber Fußballer der Süper Amatör Lig und auch das fordert seine Zeit, also tägliches Traning und jedes WE ein Spiel. Aufgrund dieses Stresses trifft er sich kaum mit Freunden oder möchte alleine weggehen, da seine Freunde zu ihm in den Laden kommen etc. Aber seine Arbeit lässt uns natürlich kaum Zeit füreinander.

Der Mann wird ja auch sicher erwarten, dass seine Frau sich eigene Kontakte aufbaut und Freundinnen findet, die ihre speziellen Interessen teilt.
Wie und auf welche Weise hat frau die Möglichkeit, selbst Kontakte zu knüpfen? Das Wichtigste ist meine Arbeit hier. Automatisch lernt man anderes Personal kennen und freundet sich an. Auch beim Busfahren lernt man schnell andere Frauen kennen. Außerdem haben askims Freunde fast alle Schwestern oder Frauen und mit denen freundet man sich am besten direkt an

Findet man nur Kontakt zu anderen Ausländerinnen, die in der gleichen Lage sind und mit den gleichen Schwierigkeiten zu kämpfen haben oder gibt es auch Kontakte zu Türkinnen? Ich kenne hauptsächlich Türkinnen. Die Ausländerinnen, die ich kenne sind die Eltern, der Freunde meiner Monster und mit denen hab ich kaum Lust auf die typischen Elterngespräche, schließlich bin ich nur das Au Pair Mädchen.

Und wie ist die Akzeptanz gegenüber Nachbarn, Familie usw? Mmmhhh, also Familie ist ja bei uns ein wunder Punkt, schließlich kennen die mich nicht und das wird auch erstmal so bleiben. Aber die Nachbarn freuen sich riesig über Besuch aus Deutschland, die Entscheidund her zu kommen und die Sprache zu beherrschen. Auch askims Freunde akzeptieren einen sofort, genauso wie der Gemüsehändler an der Ecke, der einen schon zu den "seinigen" zählt. Akzeptanz ist also vorhanden, wenn man sich terbiyeli verhält und die Sprache spricht.

Das sind alles grundsätzliche Fragen, die mir beim Lesen dieser Threads durch den Kopf schwirren. Ich bspw. könnte nie "nur" wegen einem Mann in die Türkei gehen, wenn ich damit rechnen müsste, dort den ganzen Tag alleine herumzusitzen und vttl ab und an einen Besuch gnadenhalber von der weiblichen Verwandtschaft zu bekommen.
Ohne Arbeit würde ich mich sicher langweilen, dass habe ich ja in der Zeit der Fernbeziehung gelernt. Da saß ich in unserer Wohnung und habe gewartet bis der Herr nachts irgendwann eintrudelte. Klar kommt weiblicher Besuch oder man selber geht einkaufen und Freundinnen besuchen, aber man nimmt so auch direkt mal 10 Kilo zu Dennoch bin ich mittlerweile so weit, dass ich es akzeptieren könnte nicht zu arbeiten und nur Hausfrau etc zu sein, aber dann müsste ich auch Kontakt zu seiner Familie haben können. Denn sein Wunsch ist, dass ich nicht arbeite, aber derzeit kann er das nicht finanzieren. Und mit meiner Arbeit ist der Tag schwupp di wupp vorbei.

Man kann also sagen, dass so ein Vorhaben gut geplant sein will. Ein Probejahr ist meiner Meinung nach notwendig.
Mit Zitat antworten
Sponsored Links