
27.01.2008, 14:10
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Junge Türken neigen am meisten zur Gewalt
Am 10. Januar 2008 kam ein langer Artikel mit diesem Titel in der FAZ.
Christian Pfeiffer hat die Gewaltbereitschaft Jugendlicher untersucht. Der Kriminologe erklärt die hohen Deliktzahlen bei jungen Migranten mit deren Lebenslage.
Ein Auszug aus der Einleitung, dem Mittelteil und der Schlusspassage.
Wer will dem kann ich den vollen Artikel als pdf-Datei schicken.
„Jugendkriminalität ist kein Ausländerthema, sondern ein Unterschichtenthema.“ Das sagt Christian Pfeiffer, der Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen. Ausländische Jugendliche seien zwar gegenüber deutschen doppelt so hoch „belastet“ mit Gewalt. Aber die Kriminalität hafte den Türken nicht an wie eine Klette. Vielmehr sei ihr Verhalten veränderbar. Wenn ein türkischer Jugendlicher zur Realschule gehe und ohne einen prügelnden Vater aufwachse, sei sein Gewaltpotential nicht größer als das eines deutschen Jugendlichen unter vergleichbaren Verhältnissen. Die Intelligenz junger Deutscher, Türken oder Russen sei gleich. Wenn die Jugendlichen mit ausländischen Eltern bessere Bildungschancen haben, gehe die Zahl der Gewalt- und Intensivtäter zurück.
Züchtigung und Misshandlung in der Kindheit hatten 17 Prozent der deutschen Jugendlichen erlebt, aber 30,2 Prozent der türkischen. Für 8,4 Prozent der deutschen Jugendlichen gehörte Gewalt auch in den jüngsten zwölf Monaten vor der Befragung noch zu den Erziehungsmethoden der Eltern, aber für 18,2 Prozent der türkischen Jugendlichen. 6,2 Prozent der deutschen Jugendlichen beobachteten, dass die Eltern untereinander Gewalt anwendeten. Für 27,1 Prozent der türkischen Jugendlichen gehörte Gewalt unter den Eltern zum Alltag. Einen solchen Wert erreichte keine andere Ethnie (Russen 13,9; Jugoslawen/Albaner 17,6; Polen 14,0; Südeuropäer 14,2 Prozent). Ein Drittel der deutschen Jugendlichen (33,2 Prozent) gab an, gewalttätige Freunde zu haben. Aber 55 Prozent der Türken hatten gewalttätige Freunde. Unter den Jugoslawen und Albanern waren es sogar 60 Prozent. In den anderen Ethnien lag der Wert bei knapp 50 Prozent.
Am deutlichsten unterschieden sich türkische Jugendliche von den deutschen, aber auch anderen Gleichaltrigen in der Akzeptanz „gewaltlegitimierender Männlichkeitsnormen“. Danach sollten Männer eine Schusswaffe besitzen, um Familie und Eigentum schützen zu können. Männer, die sich nicht mit Gewalt gegen Beleidigungen wehrten, seien Schwächlinge. In der Familie dürften Männer Gewalt anwenden, aber sie sollten auch Frau und Kinder mit Gewalt verteidigen.
Pfeiffer folgert: „Die Tatsache, Deutscher oder Migrant zu sein, steht in keinem direkten Zusammenhang damit, Mehrfachtäter zu sein. Ebenso wenig schlägt sich Armut und strukturelle Benachteiligung unmittelbar in der Gewalttäterschaft nieder.“ Pfeiffer folgert, dass die ethnischen Unterschiede in der Jugendgewalt weitgehend ein Produkt der Lebensbedingungen der Migranten seien. Von besonderer Bedeutung seien subkulturelle Faktoren über Legitimität und Illegitimität des Gewalteinsatzes. Der Kriminologe empfahl eine Frühförderung, die mit der „pränatalen Intervention“ durch speziell geschulte Hebammen beginnen solle, über gemeinsames Sandkastenspiel von „Mehmet und Max“ und kostenlose Nachhilfe für Schüler bis zur „Kultur der Ehre“ als Unterrichtsthema reichen müsse, um diese Subkultur als dysfunktional zu entlarven. Als Therapie gegen den Medienabusus verordnet Pfeiffer die Ganztagsschule.
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Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur ungeeignete Kleidung.
Geändert von MemoSan (27.01.2008 um 14:13 Uhr).
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