|
AW: Im Netz - DER TEXT
Meine Vortsetzung:
„Gut, dass du endlich kommst!“, sagte Melinda, in einem fast vorwurfsvoll klingendem Ton.
„Aber, ähhhh was machst du …… woher weist du?“, stotterte Erol und konnte noch nicht recht glauben, dass Melinda wirklich vor ihm stand.
„Nun schließ endlich die Tür auf, mir ist kalt!“
Er konnte Melindas Absätze auf dem oberen Treppenabsatz klappern hören und sah wie sie aus dem Schatten eine Reisetasche und einen Rucksack zog, aber er konnte sich immer noch nicht rühren.
„Heyy!“, sagte Melinda, die jetzt zu ihm runter gekommen war, um ihm denn Schlüssel aus der Hand zu nehmen.
„Muss man sich auch noch allein die Tür aufmachen!“, fluchte sie und Erol hörte wieder die Absätze und kurz darauf das klicken des Schlüssels im Türschloss. Dieses Geräusch weckte ihn endlich auf und er wollte noch rufen, dass sie da nicht rein gehen kann, aber da war sie natürlich schon mit Sack und Pack im Hausflur. Was blieb ihm anderes übrig als ihr nach zu gehen?
„In welchem Stock wohnst du?“, fragte Melinda ruhig, um eine Unterhaltung anzufangen.
„Im dritten!“, war alles was Erol herausbrachte.
In der Wohnung angekommen musste Erol sich erst einmal hinsetzten. Ohne ein weiteres Wort zu Melinda ging er ins Wohnzimmer und ließ sich geräuschvoll auf die Couch fallen, um gleich wieder, mit einem Fauchen begleitet, schreiend aufzuspringen.
„Mistvieh!“, schrie er dem Kater hinterher, welcher sich, nachdem man versucht hatte auf ihm Platz zu nehmen, natürlich aus dem Staub machte. Hinsetzen wollte sich Erol jetzt nicht mehr. Dieser letzte Schreck hatte ihn wieder wach gerüttelt und ihm viel das Internetcafé und der schreiende Typ wieder ein und natürlich Melinda.
Melinda? War sie wirklich in seiner Wohnung? Er hörte ein klappern in der Küche und dann: „Wo hast du denn den Zucker versteckt?“
Sie war kein Traum, sondern harte Realität und er musste sich ihr stellen, um sie sogleich aus seiner Wohnung schmeißen zu können, dachte sich Erol und ging in die Küche.
Er blieb in der Tür stehen und betrachtete sie eingehend. So in natura und in voller Größe sah sie noch schöner aus, als er sie sich vorgestellt hatte.
Da sie gerade den Zucker aus einem der oberen Schränke holte, sah er sie von der Seite und wie zuletzt im Café, als er ihre Brüste gesehen hatte, spürte er wie es sich in seiner Hose regte. ‚Scheiße, nicht jetzt. Du wolltest sie doch gerade noch raus schmeißen, oder?’, dachte er noch, als er schon versuchte sich auszumalen wie es wohl sein würde mit ihr auf der Couch zu liegen. ‚Hoffentlich ohne Kater’, war sein letzter Gedanke, bevor Melinda sich umdrehte und ihn anlächelte.
„Hast du den Zucker gefunden?“, fing jetzt Erol das Gespräch an. Sie lächelte ihm nur zu und schüttelte mit der Zuckerdose, sodass der Löffel innen klimperte.
„Wie viel Löffel möchtest du in deinen Kaffee?“
„Drei bitte!“, sagte Erol, dem einfach kein Anfang einfallen wollte. Er hatte jetzt so viele Fragen die auf ihn ein stürmten, aber er konnte einfach keine ausformulieren. So sah er ihr stumm zu, wie sie einen Löffel nach dem anderen in den Kaffee schaufelte.
Als sie ihm die Tasse hinhielt, fragte er endlich: „Was machst du hier?“
„Lass uns bitte erst einmal hinsetzten!“, war ihre Antwort und sie ging ins Wohnzimmer, wo sie sich jetzt auf das Sofa fallen ließ.
Erol setzte sich auf einen Sessel an das Seite und sah sie fragend an. Sie pustete aber nur seelenruhig in ihren Kaffee und machte keine Anstalten etwas zu sagen.
„Na gut, woher weißt du wo ich wohne?“, fragte er um das Gespräch endlich in Schwung zu bringen.
„Niemand ist im Internet vollkommen anonym!“
Stille.
Ihr war diese Erklärung ausreichend, aber Erol konnte damit nichts anfangen.
„Wie meinst du das?“; hakte er nach.
„Naja du hast ja schließlich bei deiner Anmeldung deinen Namen und Adresse angegeben und mit ein paar Tricks, na ja du weißt schon!“
Er wusste zwar nicht, ging aber nicht weiter auf das Thema ein.
In diesem Moment kam der Kater durch die Tür und sprang sofort aufs Sofa und auf Melindas Schoß.
„Oh ist der aber süß!!! Wie heißt er denn?“, fragte sie äußerst entzückt.
„Mistvieh!“, gab Erol schmollend zurück.
„Ach komm schon, das kann gar nicht sein richtiger Name sein!“
„Nein das ist er nicht, er heißt Giacomo. Das ist der Vorname von Casanova!“, klärte er Melinda auf.
„Also ist er ein kleiner Herzensbrecher, ja?“, säuselte sie, während sie ihn unterm Kinn kraulte.
‚Was haben die Frauen nur mit diesen Mistviechern? Erst Feo und jetzt Melinda’, dachte Erol verärgert, aber er schluckte seinen Ärger mit einem Schluck aus seiner Kaffeetasse hinunter.
„Nun erzähl mir endlich was du hier in Berlin machst. Ich habe mich zu Tode erschrocken, als dein Freund plötzlich auf dem Bildschirm war und so komische Sachen sagte wie ….“
Weiter kam er nicht denn da klickte es am Türschloss, der Kater sprang von Melindas Schoss und ein „Ich hab das Geschenk für meine Eltern vergessen“, kam aus dem Flur und eine Sekunde später stand Feo in der Tür.
......
|