|
Ist Integration ein falscher Begriff??
Hallo zusammen!
Ich habe eine Frage an euch zu dem Begriff "Integration", bzw. zu den Gefühlen, die damit verbunden sind.
Um Mehrfachtrheads zu vermeiden, habe ich auch schon viele Themen durchwühlt, aber die meisten sind vom Thema abgekommen oder haben nicht meiner Frage entsprochen (z.B. "Verhalten von Ausländern" usw.).
Ich habe neulich mit Freunden zusammengesessen und über einen Artikel geredet, den eine Freundin mitbrachte. Inhalt war die aktuelle Diskussion um Assimilation und Fazit eine gescheiterte Integration.
Da wir ein sehr gemischter Freundeskreis sind, kommt es schon mal vor, dass wir über Probleme zwischen verschiedenen Nationen reden und so sind wir von "Deutschlands selbstgemachte Leiden und die große Verwunderung über den Nichtrückgang der Gastarbeiter" über "die teils bestehenden Nachteile ausländischer Jugendlicher und daraus manchmal resultierender Resignation" zu "manchen Menschen, die sich sehr zurückziehen und an teils überholten Traditionen festhalten" zum Begriff "Integration" gekommen.
Aus welchem Grund auch immer teilte sich hier die Meinung. Manche meiner Freunde finden den Begriff ok, manche gut, aber ein guter Freund von mir mochte ihn so gar nicht. Er verbindet damit einen mittlerweile anstrengenden auferlegten Zwang und kann den Begriff einfach nicht leiden. Klar ist das ein teils emotionaler Standpunkt – seine Eltern stammen aus der Türkei – aber das hat das Ganze ja auch erst interessant gemacht und bei Diskussionen unter Freunden geht es nunmal nicht immer rational zu. Dazu sind wir ja auch befreundet.
Er fragte mich also, was ich unter dem Begriff verstehe. Für mich heißt Integration ein beiderseits erforderliches Mittel, um in einer Gemeinschaft zu leben. Dazu gehört auf der einen Seite das Erlernen der Sprache des jeweiligen Landes, weil sonst jegliche Bildungs- und Arbeitsmöglichkeiten sehr beschränkt und die Kommunikation mit "Landsleuten" eingeschränkt ist.
Zum Anderen ist es aber auch das Einhalten von Gesetzen (wobei es da bei bspw. bei der türkischen und der deutschen Gesetzgebung nur wenige Probleme gibt, da sich das jeweilige StGB und die StPO sehr nahe kommen).
Letztlich ist es der gegenseitige Respekt gegenüber den Werten des jeweils Anderen, wobei das Einhalten von Menschenrechten völlig außer Frage steht.
Natürlich weiß ich und vor allem meine Freunde, dass das meine Idealvorstellung darstellt. Ich bin in einem Stadtteil aufgewachsen (und lebe hier noch immer glücklich), in dem mehr andere Nationen als Deutsche vertreten sind. Es gibt natürlich schlechte Beispiele. Auf der einen und auf der anderen Seite. Aber wenn man für sich einbehält, was ich eben beschrieben habe, funktioniert es gut. Die Menschen (und Freunde sowieso), die ich hier kenne, sind einen Schritt auf mich oder ich auf sie zugegangen und dann hat es (fast) immer funktioniert.
Obwohl mein Freund mit mir übereinstimmen konnte, empfindet er mein Verhalten an Integration mitzuwirken und mich dadurch ja auch bereichern lassen, als Ausnahmeverhalten. Das empfinde ich wiederum als Blödsinn, denn ich schere ja auch nicht ausländische Jugendliche über einen Kamm, obwohl ich genug Negativbeispiele kenne.
Also haben wir uns damit beschäftigt, welche Gefühle mit diesem Begriff verbunden werden, nicht wie er definiert wird.
Ich würde gerne von euch wissen, wie es euch mit dem Begriff geht.
Ich freu mich eure Meinung zu hören!
|