Hallo Mona Lisa,
erstmal Danke für Dein Verständnis für den Kaugummi-Vergleich; ich fürchtete schon, es habe womöglich das Signal gesetzt, "Dein" Thema sei hier womöglich nicht erwünscht. Aber Du hast es so verstanden, wie es gemeint war. Fein!
Zitat:
Zitat von Mona_Lisa
Ein Freund von mir wurde beruflich beurteilt und ihm wurde vorgeworfen, dass er nicht gut integriert sei. Dass das abhängig von den von uns aufgeführten objektiven Komponenten (Erlernen der Sprache, Einhalten der Gesetze, Aufeinanderzukommen, etc.) gemacht werden könnte, ist völliger Blödsinn. Er ist objektiv (und als eine Freundin von ihm meine ich beurteilen zu können auch subjektiv) ganz normal integriert. Er ist hier geboren, also wieviel Integration noch nötig ist, sei dahingestellt.
Aber ihm wurde vorgeworfen immer noch in einem Stadtteil zu wohnen, der überwiegend von ausländischen Familien bevölkert ist (übrigens genauso wie ich und mir wirft das keiner vor...), einen fast ausschließlich "ausländischen" Freundeskreis zu haben (übrigens genauso wie ich...) und "bestimmte" Mentalitäten und Werte zu vertreten, die nicht dem Deutschen angepasst wären (übrigens... ;) ). Es ist der Wahnsinn! Das sollte eine berufliche Beurteilung sein? Weder Objektivität noch Gerechtigkeit stecken in dieser Aussage, bzw. dem Vorwurf und ich habe mich ziemlich darüber geärgert. Es ist lediglich die Unwissenheit des Gegenübers.
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... naja, ob es "nur" Unwissenheit ist, sei mal dahingestellt. Vermutlich ist es eine diffuse Melange, denn Unkenntnis allein erklärt es nur unzureichend. Darauf könnte man ja auch mit Neugier und Offenheit reagieren.
Nee, so was basiert mit Sicherheit zusätzlich auf irrationalen Ängsten, negativen Vorurteilen, Projektionen... allem Möglichen, was geeignet scheint, andere auszugrenzen.
Im Kontext eines beruflichen Feedbacks würde ich derart unfasslich plumpe Äußerungen allerdings auch als Vorwand interpretieren, um jemanden rauszuekeln. By the way, kann es sein, dass Dein Freund ziemlich gut ist in seinem Job und jemanden anderem womöglich im Weg steht...?
Zitat:
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Zitat von Mona_Lisa
Es passt den Leuten, die ihn beurteilt haben nicht wie er lebt. Aber das hat sie nichts anzugehen, solange er die nötigsten Vorgaben einhält.
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Exakt so ist es! Es sei denn, Dein Freund arbeitet in einem so genannten
Tendenzbetrieb wie beispielsweise einer Kirche oder u.a. auch in einem Zeitungsverlag.
Nur ein Beispiel (passt nicht ganz dazu, aber illustriert es vielleicht): einer meiner Freunde, Theologe und Kurator unterschiedlicher Kultureinrichtungen, flog aus seinem kirchenabhängigen Brotberuf, weil er offen schwul lebt. Die Gemeinde juckte seine private Lebensform anscheinend nicht weiter, im Gegenteil - aber der Bischof und vornehmlich einer seiner Kollegen (ein notorischer Neidhammel, der hauptsächlich scharf war auf seinen Job) fanden es dramatisch. Nun denn...
Aber man kann sich ja auch andere Wege suchen. Immer. Und wenn Kleingeister das Sagen haben, ist man eh gut beraten, die Dinge locker zu nehmen und sich andere, zusätzliche Felder zu erschließen. Deswegen braucht man einen anderen Lebensstil oder gar sich selbst nicht fundamental in Frage zu stellen. Es "passt" dann einfach nicht - zumindest nicht in der jeweiligen Situation.
Liebe Grüße
Anouk