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Alt 11.09.2006, 22:28
papatya papatya ist offline
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AW: Was hast du vor fünf Jahren gemacht?

wir kamen am 10.09.01 aus samos zurück, also war der 11.09.01 unser "wasch"-tag....und natürlich lief der fernseher so nebenbei...dann wurde eine talk show unterbrochen und wir sahen peter klöppel, den nachrichtensprecher von rtl...das weitere ist bekannt....live mitzubekommen, wie der 2. flieger in den turm krachte, war für mich ein schock und ich dachte immer noch, das wäre ein auszug aus einem schlechten film...., dann der 3. 4. flieger...mein mann war gerade1,5 jahre in deutschland, er schaute ebenfalls fassungslos zu, und, da er noch nicht so gut deutsch konnte, kam ich kaum mit dem übersetzen hinterher....wir saßen fast 48 stunden vor dem fernseher, mit nur wenig schlaf zwischendrin...telefoniert habe ich auch viel, mit familie, freunden und kollegen, denn ich habe beruflich mit der fliegerei zu tun...
am 13.09.01 wollten wir dann nach rom fliegen, zuerst wollten wir stornieren, dann sind wir doch los...am flughafen in münchen gab es dann die weltweite schweigeminute...
in rom konnten wir uns etwas erholen, da es keine deutschen oder englischen fernsehprogramme gab und wir uns den ganzen tag mit touren ablenkten....ein bild werde ich nicht vergessen...wir saßen auf der spanischen treppe, kauften uns ein hürriyet und eine bild , und asßen unter 1000enden von anderen menschen, die ebenfalls alle tageszeitungen in den händen hielten, alle in einer anderen sprache...aber alle mit dem selben thema...
auch als wir zurück waren, hatte ich kein gutes gefühl, denn nun kam die massenhysterie gegenüber moslems auf...und mein mann ist einer....also hatte ich angst um ihn
ganz so arabisch sieht er nicht aus, also blieben ihm anfeindungen gottseidank erspart...
bis heute tief in meinem herzen und nach einem selbstmord und dem tsunami das schlimmste, was ich je erlebt(oder mitbekommen) habe in meinem leben...und bis heute hat es auch konsequenzen in meinem beruflichen leben...

mit trauer in gedenken an die opfer und ihre letzten minuten... jetzt weine ich doch wieder
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Schweigend mitzulesen ist oft der einzige Weg, nicht als Trottel dazustehen.
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