Sie trinkt mit zwei Mündern, schließt ihre vier Augen gleichzeitig und lockt täglich bis zu 100 Besucher in das Dorf Saini Sunpura nahe Delhi. Die kleine Lali wird im im tief religiösen Indien als Gottheit verehrt.
Vier Wochen nach ihrer Geburt ist das Mädchen bereits eine Berühmtheit. Die Pilger kommen, um ihre Füße zu berühren und ihr Respekt zu zollen. Geldgeschenke sollen die kleine Göttin milde stimmen.
Die dürften aber vor allem ihren Eltern gefallen. Vater Vinod Singh (23) ist ein einfacher Landarbeiter. Die kleine Familie ist arm.
„Meiner Tochter geht es gut, wie jedem anderen Kind“, beteuert Singh. Er hatte seine Tochter in der vergangenen Woche in die Hauptstadt Neu-Delhi gebracht, um sie untersuchen zu lassen. Als die Ärzte eine Computertomografie vorschlugen, um zu sehen, ob Lalis Organe normal ausgebildet sind, brach der Vater die Untersuchung ab. „Das brauchen wir derzeit nicht.“
„Lali ist ein Gottesgeschenk“, sagt Jaipal Singh, Mitglied im Dorfrat. Ihr zu Ehren soll jetzt ein Tempel errichtet werden.
Die Dorfbewohner sehen in Lali eine Reinkarnation der Göttin Parvati.
Parvati ist die weibliche Hälfte des Hauptgottes Shiva sowie das Sinnbild der Leben spendenden und Leben erhaltenden Mutter. Sie trägt auch den Aspekt der Zerstörung in sich. Verkörpert sie diesen Aspekt, wird sie Kali (die Blutrünstige) oder Durga (die Wilde) genannt.
Quelle:
http://www.bild.de/BILD/news/vermisc...o=4223732.html