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Alt 23.04.2008, 15:30
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Cindy07 Cindy07 ist offline
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AW: Junge Frauen und das Kopftuch

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Zitat von solresol Beitrag anzeigen
merhaba Cindy



das ist ein sehr schwieriges Problem:

a/ willst Du das Voll-Einheimische unter Umständen sich gezwungen sehen, selbst zu emigrieren, wenn es einen Lehrstellenmangel wirklich gibt? Oder die schlechtesten dann kriegen? Muss die Welt so pervers für die eigenen Leute werden, dass aus einem Gerechtigkeitsfimmel sie aus der Gesellschaft rausfliegen. Wenn nicht müsste man bei völliger Gleichwertigkeit immer den eigenen Leuten den Vorteil geben.

b/ oft spielen die Leute mit Migrationshintergrund das ganze Leben lang mit Chancen aus einem "doppelt so grossen" Gebiet, nämlich aus ihren zwei Heimaten. Ich weiss, dass das total unrealistisch ist: Sogar gute und fleissige Schüler mit bikultureller Erziehung erleiden fast immer "Reibungsverluste": sie verlieren oft in dem einen Land und verlieren oft in dem anderen Land, mit wenigen Ausnahmen, gegenüber den Leistungen, wozu sie bei total normaler Erziehung fähig wären, weil die Systeme nicht übereinstimmen, und sie zwischen zwei Stühlen sitzen.

Deshalb finde ich, dass die wirkliche Chance der binationalen Kinder ist, die doppelte Kultur ins Spiel zu bringen, daraus eine Stärke zu machen! Dann werden sie für die Gesellschaft besonders interessant, und finden manchmal doch wirklich mehr Anerkennung. Und man bekommt womöglich richtige Empfehlungen, auch als bikultureller oder gar vollausländischer Mensch!

Nur das setzt Engagement voraus! Man kann nicht nur behaupten, ich habe einen starken Hang für dies oder jenes; wer soll das, bei einem, der nachweislich nur die gute Absicht hatte, ernsthaft glauben! Am besten geht man zu den offiziellen Vereinen, und bewirbt sich dort für Aufgaben oder Ehrenämter, wird dadurch bekannt. Auch die Jugend-Gremien der Parteien, macht mit in der Wahlcampagne, verteilt Werbezettel etc., auch Bewegungen wie die Pfadfinder. Auch Orchester (ein Symphonie-Orchester in voller Besatzung hat fast 100 Teilnehmer, die sich jährlich scheibenweise erneuern. Oft gehören sie zu den besten Familien! Durch die Erneuerung wird man nach 9 Jahren Gymnasium von mehr als 100 Familien bekannt)!

Bikulturell geboren zu sein, ist zuerst eine enorme Chance, weil Du auch Wissen und oft Rechte bekommst. Es handelt sich darum, sie wahrzunehmen, diese Chance, und Ausbildung allein genügt nicht. Ausserdem bekommt man ein anderes Horizont, wenn man mehr macht. Unser Sohn wird Mediziner, das ist schon sehr sicher; es gab eine Zeit, wo er hätte was mit Nahrungsmittel auch anfangen können: Er hatte eine Jugendgruppe für die Organisation von Jugendkonzerte mit anderen gegründet, und war Zahlmeister, aber auch Koch, da man so gut wie immer die Gruppen bewirtet! Er kocht absolut lecker und das für 40 Personen ganz allein ohne anderer Hilfe, als damals ihn, er hatte noch weder Auto noch Führerschein, dorthin zu fahren. Er spielte 4 J. in einem Symphonie-Orchester (als absoluter Laie). Er ist mit 16 J. ABC-Sanitäter gewesen (2 J. zu früh sogar! Man darf erst mit 18 J. ausüben), und das hat ihm diese Berufung für Medizin gegeben. Er ist immer noch Chef-Scout (ruht aber). Und hat 14 J. Judo- und Schwimm-Training, ja 14 J. beides, hinter sich; da, im Schwimmverein, wurde ihm die ABC-Sanitäterausbildung für Rettungsschwimmer empfohlen - das Schwimmen hat die berufliche Entwicklung aber auch die Partnerschaft vorbestimmt!

Und glaubst Du, dass, wenn er einen anderen Beruf ergreifen würde, man sofort seine Akte zur Seite schieben würde, wenn er das alles im Lebenslauf heranziehen kann? Auch wenn ich nicht Franzose sondern Türke wäre? Ausserdem ist unsere Familie schon aus seiner Teilnahme an so vielen Gruppen (und er fehlte nie, war immer da, auch bei jedem Konzert, bei jedem Camp, auch bei den verdammten Judo-Kämpfen, ein Wochenende versaut, um anzutreten, obwohl man von vornherein weiss, kann nicht klappen, bin zu schwer und zu jung, in der nächsten Stufe bin ich Hackfleisch!) durch ihn allein, wie ein roter Hund in Gymnasialkreisen in der ganzen Stadt bekannt, nicht nur in seinem Gymnasium. Irgendwann würde er leitende Leute antreffen, von wegen er sehr positiv bekannt ist!

Es ist aber nie zu spät: In politischen Gruppierungen, beispielsweise, startet man sowieso spät. In den Musikschulen gibt es Unterricht und Gruppen für Erwachsene (alte Musik mit alten Instrumenten, wie Krummhorn, Rankett, Laute usw.), viele Vereine suchen sehnsüchtig nach Jung-Erwachsenen, um regelmässig Kinder zu betreuen: Schwimmverein, Turnvereine, usw.

Man hat die Wahl: Fernsehen, oder mehr machen, um seinen Lebenslauf interessanter zu gestalten!

selâm

PS: in meiner letzten Wortmeldung habe ich (wie üblich) einige Sprachfehler drin (ich werde älter, und habe nur 2 Probleme: Sicht, und Gelenke, sonst sehe ich, dankbarerweise, viel Jünger aus als ich bin. Aber Sicht, das ist schrecklich mit diesen kleinen Internetfenstern wo man keine Übersicht hat. Das Problem liegt darin, dass die grossen Bildschirme im Fernbereich der Gleitsichtbrille zu 2/3 liegen, und dass man Belinea-Monitors nicht ein Mal bist nach unten absenken kann. Allerdings bin ich dankbar, dass Firefox seit mehr als ein Jahr ganz tolle Wörterbücher hat! Aber wenn man einen Teil des Satzes vergisst, weil man ungewollt gescrollt hat, hilft das Wörterbuch nichts!). Die 14 Millionen Benachteiligte sind die Catalanen! Und auf der französischen Seite gibt es auch die gleich Menge Leute, die Occitan und Provenzalisch sprechen, ist an sich das Gleiche wie Catalan, mit kleinen Unterschieden nur! Im Gegensatz zu den Occitaner, die völlig rechtlos noch sind, haben die Catalanen Sprachrechte in Spanien, aber nicht in der E.U., obwohl Catalan-Occitan-Provenzalisch ein Areal von ca. 30-35 Millionen Leuten betrifft, und eine einwandfrei eigenständige Sprache bildet mit recht viel geschriebener alter aber auch moderner Kultur!

ich finde einfach, dass alle die gleiche Chance verdient haben. Egal welcher herkunft der Bewerber ist, sollte man als erstes darauf schauen , wie seine leistungen in der Schule waren. Da wird zuviel hinterfragt. Man will Dinge wissen, die gar nichts über die Qualifikation aussagen.
Das ist auch mit ein Grund dafür, ohne das jetzt entschuldigen zu wollen, dass viele Jugendliche mit Migrationshintergrund von vorneherein schon wissen, dass sie schlechtere Chancen haben. Es ist einfach so, dass manin vielen Berufen, erstmal die anderen einstellt. Die Schüler die es nur zu einem Hauptschulabschluss gebracht haben, sind noch deutlich schlechterd dran. entweder versuchen sie es später über den zweiten Bildungsweg noch zu einem besseren Abschluss zu gelangen, oder sie sitzen auf der Straße.
die Eltern interessiert es meist sowieso nicht besonders.
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