Berlin prescht voran, Hamburg folgt, und auch in Bayern gibt es eine interne Anweisung: Künftig sollen möglichst wenig Schüler die Klasse wiederholen. Die Lehrer werden immer phantasievoller, um positive Aspekte in schlechten Klassenarbeiten zu finden. Selbst Oberstufenschüler bekommen Extrapunkte für eine schöne Schrift.
Paul steht in Mathe auf Fünf, in Deutsch und Geschichte ebenso. Das sind zwei Fünfer zu viel, um in die elfte Klasse zu kommen, und bis zum Notenschluss ist es nicht mehr lange hin. Paul sagt selbst, dass er mehr lernen könnte. Er könnte an der Tafel vorrechnen oder einen Fleißaufsatz schreiben. Aber das müsse er nicht tun, sagt er und lacht. Wie einer, der gewohnt ist, riskant zu pokern und immer zu gewinnen. Denn letztlich haben die Lehrer immer ein Auge zugedrückt und Paul in die nächsthöhere Klasse geschubst – und das ausgerechnet in Bayern, wo Noten angeblich immer für Leistung stehen.
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