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Alt 05.05.2008, 17:13
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AW: Sitzenbleiben wird nach und nach abgeschafft

Zitat:
Zitat von alteglucke Beitrag anzeigen
Wie qualitativ hochwertiger Unterricht aussieht, habe ich erst nach der Schule erfahren. Mag sein, dass sich da in den letzten 25 Jahren wesentliches verändert hat, ein paar Zweifel kommen mir daran aber doch. Im Unterschied zu einigen meiner Mitschüler brauchte ich das aber auch nicht unbedingt, um was zu lernen. Wenn viele nichts lernen, liegt das mindestens auch am Unterricht.
Ich hatte auch Lehrer, die ihren Beruf lieber nicht ergriffen hätten, aber Ausnahmefälle. Wie man hier Qualitätssicherung betreibt ist unabhängig vom Sinn des Sitzenbleibens zu betrachten.

Zitat:
Zitat von alteglucke Beitrag anzeigen
Und aus meiner Erfahrung mit ähnlich gestrickten Leuten tippe ich mal, dass du falsch annimmst. Viel eher gehört sie zu denen, deren Kapazitäten begrenzt sind und die deshalb brav alles lernen, was sie lernen müssen - und irgendwann an die Grenzen des Lernbaren stoßen.
Das ist ja nur eine weitere Theorie für dasselbe Ergebins. Irgendwo muss eine Schranke sein, welche Qualifikationsnachweise denjenigen vorenthält, die ihnen nicht entsprechen können. Das Sitzenbleiben ist nur das Polster, das man um diese Schranke gewickelt hat.

Zitat:
Zitat von alteglucke Beitrag anzeigen
Jetzt bitte einmal tief durchatmen und die Kirche im Dorf lassen. Ich habe überhaupt nichts postuliert. Lass es mich einfach mal so formulieren: Es ist eine Qualität, den Aufwand für anstehende Arbeiten richtig einzuschätzen und so gering wie möglich zu halten. Wer das in der Schule schon lernt, ist fürs Leben fitter als jemand, der nur das tut, was ihm gesagt wird.
Das Durchfallen einiger Schüler ist also Resultat einer falsch interpretierten Lerneffizienz. Um diese intelligente Form der Wissensaufnahme nicht zu diskriminieren, sollte das Wiederholen abgeschafft werden?
Wir sprechen hier über ein Durchmogeln, zu einem Zeitpunkt, an dem beireits eine für das Vorrücken in die nächste Jahrgangsstufe unzureichende Leistung nachgewiesen ist. Das Erheben der Leistungsnachweise und ihre Resultate werden damit rückwirkend überflüssig gemacht. Aus Sicht sowohl schlechterer als auch besserer Schüler als derer, die unmittelbar profitieren, ein Akt, der das Gemeinwesen massiv schädigt. Schulen haben ihre Funktion so zu erfüllen, dass der staatliche Vertrauensschutz gegenüber den Bürgern nicht gefährdet wird.
Ob jemand viel oder wenig lernt wird auch von den Lehrern nicht beurteilt. Entscheidend ist, dass ein Qualifikationsnachweis - und als Vergröberung der Einzelleistungen ist das Vorrücken ein solcher - nur dann erteilt werden darf, wenn die erbrachte Leistung diesem Nachweis entspricht.
Ohne Rücksicht auf den Standort der Kirche muss man sich fragen dürfen, ob es eine Gesellschaft nicht zerrüttet, wenn solche Prinzipien ausgehebelt werden. Hier wird unnötig Solidarität vernichtet, zumindest bei mir.
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