http://www.istanbulpost.net/08/05/02/stille.htm
Die Deuken tun 'was
Von Claus Stille
Kinder von Einwanderern haben es in Deutschland in der Regel nicht leicht. Deshalb sind Erfolgsmeldungen, sie betreffend, in den Medien wohl auch so rar. Positive Ansätze von gelungener Integration werden oft übersehen. Getreu nach dem Motto
bad news are good news – der Quote sowie dem Umsatz zuliebe – haben halt Themen wie Jugendgewalt und „Parallelgesellschaft“ eher die Chance, auf den Fernsehbildchirm bzw. ins Blatt gebracht zu werden. Differenziert wird dabei kaum. Was nötig wäre. Denn die meisten Probleme haben soziale Ursachen. Und die wirken sich bei Jugendlichen – egal welcher Abstammung – in der Regel gleich negativ aus...
Gespaltene Sichtweisen
Interessieren die Sorgen und Nöte von Migranten-Kindern niemanden in Deutschland? Will wirklich niemand wissen, wie sie
ticken? Manchmal drängt sich einem dieser Eindruck auf. Unter türkischstämmigen Jugendlichen z.B. ist diese Ansicht weit verbreitet. Auch viele Erwachsene mit türkischen Wurzeln haben dieses Gefühl. Selbst mit deutschem Pass in der Tasche empfinden sie nahezu tagtäglich: ich kann machen, was ich will, ich bleibe doch stets nur
der Türke, die Türkin...
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Aylin Selcuk packt da zu und an, wo sie lebt
Aylin Selcuk dagegen richtet ihren Blick nicht nur ins Mutterland Türkei. Sie lebt einvernehmlich mit Körper und Geist ganz und ausgesprochen gern in Deutschland. Deshalb möchte sie sich auch da für die Interessen von Migranten-Kindern einsetzen.
Aylin tut das, obgleich sie selbst keine Probleme mit der Integration in die deutsche Gesellschaft haben dürfte: Ihre Mutter ist Leiterin einer Bankfiliale, der Vater Korrespondent einer großen türkischen Zeitung.
Aylins Großvater war noch als Gastarbeiter nach Deutschland gekommen. Aylin nun ist Deutsche. Abstammung und Bikulturalität stellen für die 19-jährige ein Vorteil dar, mit dem sich wuchern lässt. Aylin Selcuk studiert Zahnmedizin.
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