Thema: Freiheit
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Alt 28.09.2006, 21:19
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wiebke wiebke ist offline
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AW: Freiheit

Zitat:
Zitat von Zerd
wiebke, ich versuche hinter dein denken zu kommen. was koennte es wohl bedeuten, die fragen so nebeneinander zu setzen? so gelesen bezieht sich das loslassen wohl auf die aengste. aber festhalten ist doch im grunde positiv besetzt oder bezieht sich auf positives, festhalten will man in der regel, was einem gut tut. wann aber tun einem aengste gut. da, wo sie absichernd wirken. wenn freiheit aber ein frei sein von mir gut tuenden aengsten waere, dann muesste freiheit negativ besetzt sein. denkst du das wirklich?
dann versuche ich auch mal hinter mein denken zu kommen. festhalten an dingen, die mir gut tun. hmmm. mir tun dinge gut, die mich stärken, mich sichern, mich mit mir selbst gut fühlen lassen. was aber, wenn ich in mir eine (große) innere unsicherheit spüre und mein gut fühlen (zu sehr) abhängig ist von äußeren dingen oder auch personen, deren denken, bestätigung und zuwendung. dann ist es die angst, die mein handeln steuert, ebenso mein denken und fühlen. angst vor einsamkeit, angst vor zurückweisung, angst vor abwertung. daselbe gilt für dinge. je mehr wir menschen besitzen, desto mehr leben wir in angst, selbige zu verlieren. warum? weil wir an den dingen festhalten, ansgt haben, loszulassen. warum? weil wir den halt ohne sie verlieren?
was bleibt übrig, wenn ich "loslasse", "mich frei mache" von dem mehr oder weniger bewussten glauben, dass ich bestimmte dinge und menschen brauche, um mich gut zu fühlen? was bleibt, wenn ich mich nicht mehr um die dinge und mesnchen um mich "kümmere", sondern auf mich und in mich schaue? mir selbst in die augen, ins herz, in die seele schaue? erschrecke ich vielleicht vor der einfachheit? der einfachheit des lebens? und des todes?
wie du siehst, ich habe keine antworten, nur fragen. meine beiden fragen, auf die du dich beziehst, meinen, ob freiheit ist, wenn ich keine angst vor dem loslassen habe. Loslassen von allem, was mein Wesen einengt, womit ich mich selbst einenge, bewusst und unbewusst: (unausgesprochene) regeln, die ich befolge; gefühle anderer, die ich nicht verletzen will um selbst nicht verletzt zu werden; erwartungen an mich, die ich nicht enttäuschen will, um anerkennung zu bekommen; meinem gefühl nicht nachzugeben, weil es unpassend ist.
ich plädiere nicht für anarchie oder egoismus, sondern für die idee, so sein zu können wie ich bin. und in erster linie steh ich mir da selbst im weg. ich selbst entscheide mich für die gefangenschaft. übertrieben gesprochen, der anschaulichkeit wegen.
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Die Zukunft gehört denen, die an die Schönheit ihrer Träume glauben. Eleanor Roosevelt
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