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Alt 26.03.2005, 13:39
Xan Xan ist offline
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Hallo Turgay, das ist ein Thema, an dem ich mich festbei?en kann:-)

Jede Sprache ist auch Ausdruck der Denkweise, die dahinter steht. Deutsch finde ich chaotisch und wenig strukturiert. (ich hab auch mal ital. gelernt, da ist das ganz anders)

Extrem aufgefallen ist mir das zum ersten Mal bei Gespr?chen in der T?rkei, die ich geh?rt habe und an denen ich beteiligt war. Dort wird h?ufig auf einer h?heren Abstraktionsebene diskutiert als bei uns. Man mu? nur wissen, womit die Begriffe besetzt sind und das Umfeld der Beteiligten kennen, wenn es keine Mi?verst?ndnisse geben soll. Oder man fragt halt.

Auf der anderen Seite habe ich oft genug mitansehen m?ssen, wie eine befreundete T?rkin, die hier in D eine Wirtschaft gef?hrt hat, einem Deutschen vergeblich versucht hat, etwas zu erkl?ren, weil sie es nicht gew?hnt war, sich konkret genug auszudr?cken. Es endete regelm??ig damit, da? schlie?lich anhand von Beispielen der letzte und erfolgreiche Versuch gemacht wurde. So wie man einem kleinen Kind etwas begreiflich zu machen versucht, das es nicht verstehen kann.

Wenn in der T?rkei einer einem etwas erkl?rt und mu? mit "mesela" anfangen, ist meist klar, da? er es mit einem Begriffstutzigen zu tun hat; will sagen: das ist dort die Ausnahme.

Was ich damit zum Ausdr?ck bringen will ist, da? die Denkweise in den Kulturen unterschiedlich ist. Der Vergleich mit den Programmiersprachen gef?llt mir ganz gut. Auf der einen Seite prozedural = verborientiert, mit einem Subjekt; auf der anderen objektorientiert, mit Begriffen, die Eigenschaften haben und miteinander in Beziehungen stehen.

Was ich in der T?rkei schon an Teehausgespr?chen geh?rt habe, findest du in D allenfalls in der sonnt?glichen Journalistenrunde im Fernsehen, aber nicht bei normalen Leuten in den Lokalen, garantiert nicht! Und ich bewege mich in der T?rkei nicht in Akademikerkreisen sondern unter den Durchschnittsmenschen in der t?rkischen Provinz.

Deutsch erscheint mir dagegen wie ein Flickwerk, dem der ordnende Geist fehlt, deswegen primitiv. Da? es schwierig zu erlernen ist, ist die Folge davon. Eine reine Flei?aufgabe, Verstand brauchst du da keinen. Ein Indiz daf?r ist ja auch die sogen. Rechtschreibreform, die willk?rlich und auf st?mperhafte Weise die geschriebene Sprache alterprobter Ausdrucksm?glichkeiten beraubt hat. Dazu f?llt mir nur ein: "Wie der Herr, so 's Gscherr!"

Gr??le
Xan
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