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Alt 01.01.2007, 17:44
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mar mar ist gerade online
TT-Schreck
 
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Teil 1 - Der Tag danach- oder warum Erol nicht sterben darf

Die Überschrift sollte Euch nicht schockieren, dies ist kein Aufruf oder gar ein Angriff auf Eure Brieftaschen.... das ist der gestrige Tag von MAR, die heute den Tag "danach" hat.....
Und auch wenn es der Silvesterabend war und nicht ein Allerweltsabend ; ich packe die Geschichte mal in das Wortdurchgangszimmer und nicht zu den Jahresendthreads , weil ich bitte in Anlehnung an die Möglichkeit der Endlosigkeit von Geschichten auch noch nach Silvester mit Sicherheit einem Morgen danach gibt ....vielleicht nicht so dramatisch angehauchte, wie Milva es mal besungen hatte , aber immerhin; unsere Leben sind voller Geschichten und kleinen Tragödien, die wir , um sie besser erklärbar zu machen in VORHER und DANACH einteilen. was auch immer wir als Danach oder Vorher bezeichnen. .Also , wenn immer Ihr solche Geschichten vom Tag danach habt: her damit !

Gestern wollte ich eigentlich einen ganz ruhigen und beschaulichen Abend alleine zu Hause verbringen, diesen Vorsatz fasste ich letzte Woche, weil ich die Knallerei und die "Hasenjagd" nach Passanten auf der Strasse gar nicht abhaben kann.
Dann aber , Mar , also ich, ( ich sollte nicht in der dritten Person von mir sprechen...) als Kurzentschlossene , und typisch für die Eigenwilligkeit, dem Moment des letzten Tages im Jahr , doch noch in seiner Besonderheit auf den Grund zu gehen ....und aus einem zufällig gegebenen persönlichen Anlass stieß diesen Vorsatz gleich noch am gestern um.... Ich genehmigte mir nämlich eine Flasche Yakut ( OK, nur die halbe ist es hier zu Hause geworden...) schlüpfte nach ausgiebigem Bad in ein enges Schwarzes, bemühte mich die Haare zu bändigen, was mir nicht gelang , griff zur Schere und schnitt dann auch noch in einem kurzen Moment von Dummheit meinen Pony zu kurz ab... ne aber auch...! So blieb dann nichts anderes , als mich der Frisur anzupassen, und gab dem kleinen Schwarzen einfach mit einer langen Perlenkette einen Hauch von Nostalgie.... Mit Hilfe einer Maquillage gelang es mir langsam das das Gesicht einer Dame aus den 30-igern dem Spiegel zu entlocken.
Voila... der Ponyverschnitt war kaschiert . Prüfender Blick... OK. Damit keine Missverständnisse aufkommen, das Café, welches ich spontan aufsuchte, ist bekannt für schöne nostalgische türkische Musik, klassische Musik und alten Liedern aus Istanbul ala Zeki Müren...das passen Spitzenhandschuhe , Hut und eben das kleine Schwarze.

Das einzige Paar Hochhackige an und natürlich die roten Spitzenhandschuhe übergestreift... und hinaus in den Rachen der Großstadt, die Feuer spie und mit lautem Getöse und Böllern ihrer Opfer harrte... Menschen wie ich, die zusammenzucken, wenn es plötzlich zischt und merkwürdig riecht und dann..... bommmm! Kichern im Hausflur, wo die kleinen Rabauken und zu Kindern gewordenen Erwachsenen sich ergötzen an dem Erschrockensein. Nur heute darf man das....also schnell noch einen Böller hinterherschicken! Das enge Schwarze erweist sich nicht besonders als sportliches Outfit und meine ungeübten Beine in Absatzschuhen geben auch nicht das her, was sie sonst so können, wenn es ums schneller laufen geht...
Gott sei Dank ist das Café gleich um die Ecke...man folgt den größeren Familienautos , zwei Stretchlimosinen, superschicken Frauen , schulterfrei ( bei diesem Wetter! ) und den Ehegatten mit den Kindern im Schlepptau. Es ist ja nicht nur Silvester, sondern auch Kurban Bayram. Familienfest.
Das ist schon eine ganz besondere Atmosphäre; ich glaube gerade weil diese spontane Überlegung, einer netten Einladung zu folgen , sich im nachherein als äußerst ergiebige Quelle für etliche Geschichten herausstellte... Situationen und Menschen in einem Café: die Tische geflittert und mit Luftballons in einen imaginären Schwebezustand versetzt...Menschen jeden Alters und jeder Couleur fallen sich mit Worten in die Arme, welches ich nur als zwitschern wahrnehmen kann, des Türkischen nicht mächtig, aber was soll es...

Mein Gastgeber, der Namensvetter unseres kleinen Internetromans hier im Forum
( http://www.turkish-talk.com/philosop...-der-text.html ) der sich übrigens darüber amüsierte, das Anouk ihn schon jetzt am Anfang sterben lassen wollte , saß schon an einem kleinen Tisch, in Blickrichtung Mitte des Saals- er war allein, irgendwie hat hat er kein Glück mit seinen Fatma’s . Fatma Nummer 1 folgte Fatma Nummer 2 , dann eine Fatime, dann wieder eine Fatma... und als ob es dieses Jahr so in sich hat; das Jahr neigt sich dem Ende ohne Fatma.
Aber Erol wäre nicht Erol, er ist trotzdem den Freuden des Lebens nicht abgeneigt , und möchte das neue Jahr mit Spaß und einer gehörigen Portion Heimweh nach Istanbul begehen...( das Heimweh nach Istanbul ist eine ganz kleine, wenigstens zu 50% Ausrede, sich eine Flasche Raki zu ordern. Die Damengesellschaft der Familie Dilek am Nebentisch äugte etwas erschrocken hinüber, als noch meine Flasche Yakut ( die ich folgerichtig nach der von zu Hause geöffneten Flasche bestellte) . Ich musste innerlich doch schmunzeln, weil ich daran denken musste, wie wunderbar sich doch diese Posen in die folgenden Episoden des Romans übertragen lassen würden, wenn denn Erol nicht sterben müsse...mein kleines Schmunzeln blieb nicht unbemerkt und die Nachfrage beantwortete ich sehr artig mit dem Fortgang des Romans ( also das muss ich doch schnell einflechten- der echte Erol ist natürlich ganz und gar einverstanden, hier verewigt zu werden) .


folge zum Teil 2 im nachfolgendem posting;-)
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Geändert von mar (02.01.2007 um 09:17 Uhr).
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