Einzelnen Beitrag anzeigen
  #3 (Permalink)  
Alt 04.01.2007, 17:34
Anouk
 
Beiträge: n/a
AW: Die Stellung der Frau in gewissen Kreisen in der BRD

Zitat:
Zitat von Kimyager Beitrag anzeigen
Ein aktuelles Beispiel, welches Eingang in die Medien gefunden hat, ist das Auftreten Edmund Stoibers, welches seine Kontrahentin Barbara Pauli veranlasst hat, ihm ein gestörtes Verhältins zu Frauen in der Politik zu unterstellen.

http://www.gmx.net/de/themen/nachric...k/3425926.html
Ich glaube, das ist nichts primär Geschlechtsspezifisches; es gibt Leute, die allgemein ein gestörtes Verhältnis zu anderen Menschen in der Politik (und nicht nur da..) haben. Man denke nur an Schleswig-Holsteins ehemaligen Ministerpräsidenten Uwe Barschel, der den damaligen Oppositionsführer Björn Engholm bespitzeln ließ. Und nicht ohne Grund gibt es unter Politikern den sarkastischen Witz, die Steigerungsform von "Feind" sei "Parteifreund".
Trotzdem, unabhängig davon gibt's natürlich Parteien, in denen Politik noch immer vorwiegend als Männersache gesehen wird - auch wenn die Programme nach außen was anderes behaupten (aber bitte, wer liest schon Partei-Programme?) -, und das geht dann mit unschöner Regelmäßigkeit so aus, dass zentrale, entscheidende Zuständigkeiten wie z.B. Finanzen, Wirtschaft und ähnliches in Männerhand verbleiben, während die Damen sich um Soziales, Kultur und Familie kümmern dürfen. Ausnahmen und Gegenbeispiele bestätigen allgemein nur die Regel.
Naja, und was die CSU betrifft.. das wundert mich keineswegs, meines Wissens war das noch nie der harmonische Trachten- und Brauchtumsverein, als der sie nach außen gern auftreten. Diese Bespitzelungsaktion hätte meiner Meinung nach genau so einen Mann treffen können.

Zitat:
Zitat von Kimyager
Meine Frage richtet sich primär an die Userinnen mit deutschen (mitteleuropäischen) Wurzeln.
Gab oder gibt es auch Situationen in Eurem Alltag, in denen Ihr glaubt, als Frau einen schweren Stand zu haben oder gar, nicht ernst genommen zu werden?
Nicht ernstgenommen werden? Nein, eigentlich nicht, zumindest nicht, dass ich mich spontan erinnern könnte. Aber vielleicht hängt das auch vom Alter und anderen Dingen ab, ob man ernstgenommen wird oder sich so fühlt. Nicht zu vergessen: es kann auch ein ganz großer Vorteil sein, auf Anhieb unterschätzt zu werden. Denn gefördert oder wohlwollend bis entgegenkommend behandelt wird man als Frau nur so lange, zumindest nach meinen Erfahrungen, solange man nicht als "Konkurrentin" gesehen wird.

Geht es um wirklich interessante Jobs und Aufgaben, weht ein anderer Wind. Manchmal auch vorder-, nach meinen Erfahrungen aber eher hintergründig. Leute, die sich sonst nie dafür interessieren, wie man Überstunden und Kind unter einen Hut kriegt, fragen dann beispielsweise plötzlich ganz scheinheilig und mit falscher Fürsorglichkeit, wie man das bloß alles schafft, ob es nicht "praktischer" sei, 'ne ruhige Kugel zu schieben, ein bißchen kürzerzutreten o.ä. Oder es läuft weniger sublim, dann werden gleich richtige Bandagen ausgepackt, und ab geht's.
Aber als "schweren Stand" würde ich das nicht bezeichnen. Eher das übliche Hickhack, das in vielen Berufen gang und gäbe ist, auch unter Männern. Die Frage nach Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Elternschaft, glaube ich, taucht bei Männern nach meinen Beobachtungen zwar weniger oder gar nicht auf; da wird wahrscheinlich blind vorausgesetzt, dass die "Frau an seiner Seite" ihm schon den Rücken freihält.
Aber wenn Frauen wirklich an die Fleischtöpfe wollen, müssen sie halt damit leben und einigermaßen locker umgehen (können), dass bedarfsweise auch die Rabenmutti-Karte gezückt und schamlos ausgespielt wird. Übrigens ein typisch deutsches Phänomen, wage ich zu behaupten. Das ist wirklich blöde, überflüssig wie ein Kropf, aber verbreitete gesellschaftliche Sichtweisen ändern sich halt nur im Schneckentempo - Frauenquoten hin, Bundeskanzlerin her.

;)
anouk

Geändert von Anouk (04.01.2007 um 17:38 Uhr).
Mit Zitat antworten
The Following User Says Thank You to For This Useful Post:
Kimyager (04.01.2007)