Es ist nicht das erste Mal, dass Stefan Raab Ärger wegen geschmacklich fragwürdiger Gags bekommt. Der Streit um seine RAF-Fotomontage mit Superstar-Kandidat Max Buskohl schlägt hohe Wellen. Doch ProSieben erklärt TV Total zur Satiresendung - da sei so etwas erlaubt.
„Auf Kosten der RAF-Opfer wird hier ein schlimmes Verbrechen ins Lächerliche gezogen und verharmlost“, sagte Jörg Schleyer, der Sohn des von der Roten Armee Fraktion (RAF) ermordeten früheren Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyer, der „Bild“-Zeitung. Auch der RAF-Experte und Buchautor Butz Peters erklärte: „Scherze dieser Art verbieten sich angesichts der brutalen Taten der RAF.“ Weiterführende links
Dagegen wies der Privatsender ProSieben die Kritik an der Fotomontage zurück.
„TV Total ist Satire. Jeder versteht, worum es Stefan Raab bei dieser Aktion ging“, erklärte ein ProSieben-Sprecher. Bei der Fotomontage ging es um den bei der Casting-Show „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) des Konkurrenzsenders RTL in Ungnade gefallenen Kandidaten Max Buskohl. Die Fotomontage glich einem Entführungsfoto der RAF von Hanns-Martin Schleyer.
Auf dem Hintergrund eines Sterns war ein Maschinengewehr abgebildet, auf dem nicht „RAF“, sondern „RTL“ stand. Daneben war der Kopf des früheren „Superstar“-Kandidaten Max Buskohl abgebildet und die Aufschrift „seit 196 Tagen Gefangener von RTL“ zu lesen. Raab sagte der „Bild“-Zeitung, er habe damit nicht die Opfer der RAF verunglimpfen wollen. „Ich kritisiere die Knebelverträge von RTL“.
Buskohl hatte am vergangenen Samstag zwar laut Zuschauer-Votum die Runde der letzten drei bei „DSDS“ erreicht, war jedoch nach einem Konflikt mit RTL ausgeschieden. Er wollte sich vom Sender nicht vorschreiben lassen, was und mit wem er zu singen hat. Er hatte besonders Probleme mit „DSDS“-Jury-Mitglied Dieter Bohlen. Nach dem Wirbel um das Ausscheiden Buskohls hatte Stefan Raab dem jungen Musiker bei ProSieben eine neue Plattform angeboten und sich bereit erklärt, eine daraus resultierende Vertragsstrafe des jungen Sängers an RTL zu bezahlen.
Quelle: http://www.welt.de/fernsehen/article839797/Aerger_fuer_Stefan_Raab_wegen_RAF-Montage.html