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08.05.2007, 00:43
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AW: neue proteste geplant
*hust hust*
Ich möchte jetzt nich zu weit ausholen.... daher gehe ich auf den Punkt "Deutsche haben Angst vor Islamisierung" nicht weiter ein, als dass ich schlicht sage: "Ja".
Pauschalisierungen ist das Mittel des Kleingeistes der nicht weiter in der Lage ist Menschen nach Charakter, Sozialverhalten etc. pp. zu beurteilen und sich stattdessen allgemeiner Normen bedient. (soviel zu dem Vorwurf, viele Deutsche scheren Moslems über einen Kamm)
Was mich halt nur verwundert ist der Fakt, dass trotz dieser strikten Trennung von Staat und Religion prägt doch der Islam das Leben der Menschen in der Türkei(und dass nicht nur zu einem geringen Teil wage ich zu behaupten), daher ist lässt es meine jugendliche Stirn runzeln, wenn ich dann überlege dass die türkische Gesellschaft die recht doch konservative Maßstäbe an den Tag legt (muss man nich näher erläutern, lassen wir einfach mal so stehen ;) ), welche nun auch religiös untermauert werden, sich dann gegen eine Trennung von Religion und Staat so massiv einsetzt.
Mich freuts ja, aber ich kanns mir nicht erklären wie es dazu kommt.... 
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"Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben."
George Bernard Shaw (irischer Dramatiker, Schriftsteller und Nobelpreisträger)
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08.05.2007, 00:48
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TT-Gelegenheitsposter
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AW: neue proteste geplant
Zitat:
Zitat von ra-sim
Nein, ich denke es gibt einen Grund.
kann man es vielleicht begründen in dem man sagt :alle waren Deutsche aber trotzdem waren viele gegen Hitler.?
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Hmmm ich weiss zwar nich was Hitler in dem Kontext zu suchen hat, weil Hitler=Religion... ich weiss ja nich........
Ein wesentlicher Unterschied zwischen der ehemaligen Nazi-Deutschland und der heutigen Türkei besteht wohl darin, dass das damals ein totalitärer Staat war und die heutige Türkei ein demokratischer? 
Soviel zum Off-Topic.
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08.05.2007, 09:47
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AW: neue proteste geplant
Ein paar Einwürfe:
Ich bin mir sicher, dass nicht jeder Türke, der in seinem Ausweis "Moslem" stehen hat, auch tatsächlich gläubig. Vermutlich gibt es in der Türkei mehr religiöse Menschen als hier. Warum die sich jetzt aber auch eine islamische Regierung wünschen sollten, ist mir schleierhaft. Auf die katholische Kirche übertragen, würde das bedeuten, dass politisch mitteralterliche Verhältnisse entstehen. Es ist keine Frage der Religiosität, sich eine deutliche Trennung von Staat und Religion zu wünschen.
Meiner Ansicht nach sind die Demonstrationen ein Schritt zu mehr Demokratie. Auf jeden Fall gerät die Türkei politisch inn Bewegung. Und das finde ich grundsätzlich erst mal gut.
Die Rolle des Militärs kann ich als Europäerin nicht wirklich verstehen nachvollziehen. Aber an der Berichterstattung über das, was da gerade passiert, erschreckt mich doch sehr, dass die Andersartigkeit nicht wirklich gesehen wird. Die Grundaussage ist meistens leider: "So lange sie nicht alles genauso machen wie wir, ist die Türkei nicht demokratisch." Das halte ich für sehr kurzsichtig und trägt auch nicht zum gegenseitigen Verständnis bei.
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08.05.2007, 12:38
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AW: neue proteste geplant
Zitat:
Zitat von alteglucke
Die Rolle des Militärs kann ich als Europäerin nicht wirklich verstehen nachvollziehen. Aber an der Berichterstattung über das, was da gerade passiert, erschreckt mich doch sehr, dass die Andersartigkeit nicht wirklich gesehen wird. Die Grundaussage ist meistens leider: "So lange sie nicht alles genauso machen wie wir, ist die Türkei nicht demokratisch." Das halte ich für sehr kurzsichtig und trägt auch nicht zum gegenseitigen Verständnis bei.
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ähäm, politisch gesehen bin ich nicht so aufgeklärt.....allerdings habe ich bei einer Diskussion um den EU-Beitritt der Türkei folgende Aussagen von meinem Bekannten/Freund Hakan bekommen.
Als wir auf den Punkt Millitär kamen kritisierte ich dieses ganze Gehabe um diese Millitärzeit und das Millitär im allgemeinen, mit riesen Paraden für die Rekruten, keine Verweigerung des Millitärdienstes in der Türkei, ohne Millitärnachweis keine Ausreise und auch bei der Arbeitssuche ohne Millitärnachweis scheint es sehr schwer zu sein. Ich kritisierte die meiner Meinung nach viel zu hohe Position des Millitärs im Lande.
Hakan sagte mir dann folgendes: "wenn das Millitär nicht gewesen wäre, welches das Land vor der Islamisierung beschützte und noch immer schützt, wären womöglich jede Menge radikale Islamistenführer a la Khomeini in der Türkei. Das Millitär wacht darüber, dass nicht die radikalen überhand bzw. womöglich noch an die Macht kommen."
Tja, da konnte ich dann nichts mehr sagen, weil mir die Kenntnisse fehlen ob das zutrifft. Ich hab mir persönlich dann gedacht, ok, ist eine nachvollziehbare Erklärung dass man keine radikalen Islamisten dort will, sondern Politik und Religion getrennt halten will. Aber auf meine Frage ob er nicht angst hätte dass das Millitär zuviel Macht bekommen könnte, bzw. seine Macht ausnutzt über das Land zu bestimmen, konnte er mir auch nichts beruhigendes sagen. Wer hält denn im Land selber den Daumen auf all die Aktionen des Millitärs??? Das habe ich bis heute nicht kapiert.
Ich denke dass die letzte politische Situation durch die Warnung des Millitärs gepaart mit den Demonstrationen so glimpflich ausgegangen ist. Aber die Machtposition des Millitärs macht mir doch irgendwie zu schaffen....
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13.05.2007, 16:56
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TT-Schreck
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AW: neue proteste geplant
anbei ein interessantes posting eines guten freundes....wollte es euch nicht vorenthalten...
"Lebenslauf und Lebenswandel des angeblich Bekehrten machen mehr als nachdenklich: Erdogan kommt aus ärmsten Verhältnissen, wurde früh politisiert und gehörte von Anbeginn an zur Rechtsaußenfront der Islamisten. Er war der Kronprinz des Führers der „Grauen Wölfe“, Necmettin Erbakan (dessen Neffe Mehmet Sabri Erbakan in Deutschland Gründer und bis 2002 Vorsitzender von Milli Görüs war). 1997 wurde Erdogan Bürgermeister von Istanbul und hatte nichts Eiligeres zu tun, als getrennte Busse und Badeanstalten für Männer und Frauen, sowie ein Alkoholverbot zu planen – und das Kopftuchverbot in Schulen, Universitäten und öffentlichen Ämtern abschaffen zu wollen.
Erdogan selbst hat nie ein Geheimnis aus seinen Positionen gemacht. Noch als Istanbuler Bürgermeister erklärte er: „Gott sei Dank bin ich für die Scharia“ und: „Man kann nicht gleichzeitig Säkularist und Moslem sein“. Und er ging noch weiter, zitierte öffentlich folgende Gedichtzeilen: „Die Moscheen sind unsere Kasernen/Die Kuppeln unsere Helme/Die Minarette unsere Bajonette/Und die Gläubigen unsere Soldaten.“
Das brachte das Fass zum Überlaufen. Erdogan wurde zu drei Monaten Gefängnis wegen „Volksverhetzung“ verurteilt, die er 1999 antrat. Bei seiner Entlassung schien er vom Saulus zum Paulus gewandelt. Religion sei Privatsache, erklärte er, was zähle, sei die Wirtschaft."
Alice Schwarzer, November/Dezember 2004
zu Milli Görüs:
Milli Görüº wird vom Verfassungsschutz NRW beobachtet. In einer Sendung des WDR erläuterte dies der Radiojournalist Ahmet Senyurt am 31.3.2007 folgendermaßen:
"Milli Görüs vertritt zwar eine ultraorthodoxe Tradition des Islam, aber sie macht keine islamistischen Terroranschläge. Sie betreibt hingegen durch ihre Abschottungspolitik eine Teilung der deutschen Gesellschaft. Sie versuchen, sich in Stadtteilen Inseln aufzubauen, um dort mit ihren Regeln zu dominieren. Sie sagen zu den türkischen Frauen nicht, du musst jetzt ein Kopftuch tragen. Aber es entsteht ein Klima, in dem eine solche Erwartungshaltung entsteht. Milli Görüº vertritt eine Überlegenheitsideologie, die die Welt in muslimisch und nichtmuslimisch einteilt. Das Nichtmuslimische gilt es zu bekämpfen, umzuwandeln, zu transformieren. Das ist eine Aufgabe. Der Hauptfeind ist ein wirres antisemitisches Zerrbild von dem Juden. Die Milli-Görüº-Ideologie wird nicht mit Waffengewalt durchgesetzt, sondern in einem Kampf um die Köpfe. Die Milli-Görüº-Bewegung versucht, eine Parallelgesellschaft aufzubauen und diese zu dominieren, um daraus politische Macht abzuleiten. Die Islamische Gemeinschaft Milli Görüº ist Teil der erbakanischen Bewegung"
Im Heute Journal vom 5'ten Mai:
Auf die These von Önur Oyman, dass die Regierung ein Gottesstaat aus der Türkei machen möchte, stellt der Sprecher folgende Frage:
"... gibt es dafür Beweise", und antwortet mit: "Kaum"
Scheinbar interessieren sich Journalisten für Fakten, wie oben gelistet nicht sonderlich.
In einem anderen Beitrag (ZDF) werden die Demonstranten als eine Gruppe von Menschen hingestellt, die eine Art nationalistische Gehirnwäsche hinter sich haben und nicht anders denken können als kemalistisch, nur weil sie weiterhin modern leben wollen.
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13.05.2007, 21:48
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AW: neue proteste geplant
Hallo mar,
ein dickes Dankeschön für Deinen Beitrag.
Das sind wirklich interessante Informationen für mich.
Der Ausgangspunkt für die Angst gewisser Kreise in Deutschland ist also wahrscheinlich die "Milli Görüs".
Das Schlimme ist, daß viele Menschen sofort pauschalisieren. Da wird dann allen Türken in Deutschland unterstellt, daß sie die gleichen Ziele verfolgen wie diese Organisation.Am Ende wird der Islam im Ganzen als gefährlich , frauen- und menschenverachtend hingestellt und ganz am Schluß ist der Koran ein Buch, das zur Gewalt aufruft. Der beste Nährboden für Rassenhaß.
Aber Shaffty hat das ja bereits genauso ausgedrückt.
@altegkucke
Mir Deiner Aussage:"Solange sie nicht alles genauso machen wie wir, ist die Türkei nicht demokratisch" hast Du alles auf den Punkt gebracht.
Die Rolle des Militärs ist für mich auch ein zweischneidiges Schwert. Das Schlimmste, was der Türkei passieren kann, ist, daß die Trennung von Staat und Religion aufgeweicht wird. Aber muß das, wenn alle Stricke reißen, mit Waffengewalt geschehen?
Politisch gesehen ist die Türkei zur Zeit jedenfalls in einer heißen Phase und ich werde weiter jede Möglichkeit nutzen, mich sachkundig zu machen. Für jede Information bin ich dankbar. Denn ich werde jetzt das erste Mal in der Türkei wählen und da will ich schon genau wissen, wem ich meine Stimme gebe.
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14.05.2007, 06:47
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TT-Schreck
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Eine Million Türken demonstrieren in Izmir gegen Islamisierung
Eine Million Türken demonstrieren in Izmir gegen Islamisierung
Etwa eine Million Menschen haben in der Türkei gegen eine zunehmende Islamisierung demonstriert.
Zehn Wochen vor den Neuwahlen in der Türkei haben am Sonntag eine Million Menschen gegen die islamisch- konservative Regierung und für eine Beibehaltung der Trennung von Staat und Religion demonstriert. Bei der Massenkundgebung in der ägäischen Hafenstadt Izmir verwandelte die Menge die Uferstraßen über Kilometer in ein Fahnenmeer aus roten Landesflaggen mit Stern und Halbmond. Auch von Schiffen und Booten wurden Fahnen geschwenkt. Mit Musik und Liedern erinnerte der Massenprotest an ein großes Volksfest. Türkische TV-Sender schätzten die Zahl der Teilnehmer auf eine Million oder mehr und sprachen von einem "historischen Tag".
Nachdem am Vortag bei einem Bombenanschlag auf einen Wochenmarkt in Izmir ein Mensch getötet und 14 weitere verletzt worden waren, verlief die Kundgebung am Sonntag ohne Zwischenfälle. "Die Türkei ist laizistisch (Laizismus: Bewegung, die sich für Trennung von Staat und Religion einsetzt) und wird es bleiben", lautete eine der Parolen. Die Kundgebungstribüne wurde von einem Porträt des Staatsgründers Mustafa Kemal Atatürk überragt. Nach vorangegangenen Massenprotesten in Ankara und Istanbul war die Kundgebung in Izmir bereits die dritte Großdemonstration von Gegner der islamisch geprägten Regierung innerhalb eines Monats.
Der Protest hatte sich daran entzündet, dass die Regierungspartei AKP von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan Außenminister Abdullah Gül im Parlament zum Staatspräsidenten wählen lassen wollte. Nach dem Scheitern der Wahl, zu der maßgeblich das türkische Militär mit einer scharfen Warnung vor einer Islamisierung des Staates beigetragen hatte, hatte das türkische Parlament Neuwahlen für den 22. Juli beschlossen. Laut Umfragen könnten Erdogan und seine regierende AKP von der Krise profitieren und erneut als stärkste Kraft aus den vorgezogenen Parlamentswahlen hervorgehen. Mit einer in der vergangenen Woche verabschiedeten Verfassungsänderung will die Regierungspartei zudem durchsetzen, dass der Staatspräsident künftig vom Volk gewählt wird.
Durch die Explosion auf einem Wochenmarkt in Izmir waren am Samstag 15 Menschen durch herumfliegende Metallteile verletzt worden. Ein 41-jähriger Mann erlag später im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Der an einem Fahrrad befestigte Sprengsatz war explodiert, als die Händler am Morgen gerade ihre Stände aufgebaut hatten. Weil es noch früh war, waren kaum Besucher auf dem Markt. Durch die Explosion waren Marktstände verwüstet worden, Scheiben umliegender Häuser und geparkter Autos zu Bruch gegangen.
http://www.mittelbayerische.de/top_t...demonstri.html
Geändert von mar (14.05.2007 um 06:58 Uhr).
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14.05.2007, 15:05
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AW: neue proteste geplant
Ich fände es sehr spannend zu erfahren, wie das alles von den türkischen Medien gesehen und berichtet wird. Und bestimmt gibt es doch hier auch jemanden, der das verfolgt und uns einen kleinen Abriss geben kann... Das wäre wunderbar
danke schon mal
Andrea
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