"Autos sollen kein Mittel zur Sünde sein"
Der Vatikan veröffentlicht zehn Gebote für Autofahrer
Mit dieser Schlagzeile ist dem Papst das Titelbild vieler Zeitungen gewiss. Nach einer Pause von ein paar tausend Jahren veröffentlicht die Kirche neue Gebote. Allerdings nur für Autofahrer.
„Du sollst nicht töten“. „Du sollst nicht Ehebrechen“. „Du sollst Vater und Mutter ehren“. Kommt Ihnen das irgendwie bekannt vor? Genau, die zehn Gebote. Schon seit geraumer Weile leisten Sie der Menschheit gute Dienste, auch wenn sich offenbar nicht jeder zu einhundert Prozent daran halten mag. Doch inzwischen ist viel passiert. Der Mensch spaziert über den Mond, klont Schafe, trennt Müll. Und fährt Auto. Da genau dieser Umstand in den zehn Geboten bisher leider keine Berücksichtigung fand, hat der Vatikan nun die Konsequenz gezogen und ein eigenes Regelwerk für Vierradfetischisten veröffentlicht. Im 36 Seiten starken „christlichen Verhaltenskodex für Autofahrer“ bekommt jeder sein Fett weg. Flüche hinterm Steuer? Ab heute nicht mehr erlaubt. Unzucht im Ferrari? Das Fegefeuer wartet schon.
Die zehn Autofahrer-Gebote des Vatikans - Sinn oder Unsinn? Diskutieren Sie in unserem Forum!
Der Papst selbst ist ein erfahrener Autofahrer.Grund für die neuen zehn Gebote seien laut des Vorsitzenden des Päpstlichen Rats für Migranten und Reisende Martino die besorgniserregende Zahl von 1,2 Millionen Verkehrstoten jährlich: „Das ist eine traurige Wahrheit und zugleich eine große Herausforderung für Gesellschaft und Kirche“. Die Beschwörung christlicher Werte solle dem Abhilfe schaffen – oder zumindest die Situation auf den Straßen entspannen. Dies könne schon durch einfache Mittel geschehen, wie etwa das Bekreuzigen vor der Fahrt und das Beten eines Rosenkranzes währenddessen. Und der Klerus weiß, wovon er spricht: Der letzte Unfall mit kleineren Schäden im Vatikanstaat fand vor eineinhalb Jahren statt. Allerdings sind dort auch etwa nur 1000 Fahrzeuge zugelassen, bei einer Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h. Wenn Sie also demnächst im Stau stehen, und ihr Nachbar bewegt bebend und ergriffen die Lippen, machen Sie sich keine Sorgen – er betet nur die Weiterfahrt herbei.
© MSN, AP, AFP
http://auto.de.msn.com/news/artikel_...mentid=5300571
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