Zitat:
Zitat von Booker 66
...das Volk hatte auch die Möglichkeit die AKP zu wählen oder nicht. Würde Gül dann vom Volk nicht gewählt oder was verspricht sich dieser Jurist?
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Naja, zunächst pocht er halt auf den Parlamentsbeschluss. Das ist sein Recht, und wenn es diesen Beschluss gibt, ist die Frage tatsächlich nicht uninteressant.
Ob es hinterher am personellen Ergebnis was ändern würde, steht noch auf einem anderen Blatt. Aber das Verfahren ist ein ganz anderes. Direktwahl bedeutet: One man, one vote. Da schlägt sich jede abgegebene Stimme unmittelbar im Ergebnis nieder, während bei Parlamentswahlen in der Türkei eine Zehn-Prozent-Hürde gilt (Deutschland: fünf Prozent).
Da fallen dann am Ende etliche Wählerstimmen unter den Tisch, weil das Limit für den Einzug ins Parlament nicht erreicht wird. Angesichts dieser Voraussetzung könnte eine Direktwahl die Dinge theoretisch durchaus verändern.
Und, ebenfalls wichtiger Punkt: Bei Direktwahlen wird eine Person gewählt. Klingt sehr banal, kann aber je nach Persönlichkeit und "Strahlkraft" von Kandidaten dazu führen, dass die Parteizugehörigkeit bei der Abstimmung in den Hintergrund tritt und im Endeffekt derjenige gewählt wird, der tatsächlich das meiste Vertrauen bei den Leuten genießt. Das kommt durchaus vor. Es muss also nicht zwangsläufig so sein, dass ein Staatspräsident auch die Haltung der regierenden Mehrheit widerspiegelt.
Soviel zur trockenen Theorie..
Anouk