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  #1 (Permalink)  
Alt 25.10.2007, 19:33
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Zukunft der NATO

Jetzt möchte ich doch wissen, ob das außer mir noch jemanden interessiert

Die Verteidigungsminister der NATO-Staaten haben in Noordwijk die Reduktion der schnellen Eingreiftruppe NRF auf einen "Kern" beschlossen:
http://www.tagesschau.de/ausland/nato4.html

Um die NRF wurde lange gerungen. So lange, dass in dieses Projekt schon oft die Existenzberechtigung der NATO nach dem Kalten Krieg hineininterpretiert wurde. Zieht man von der heute beschlossenen Spar-Variante noch die allgemeinen Konsens-Probleme der NATO ab, stellt sich die NRF endgültig als reiner Papiertiger heraus.

Die USA machen sowieso nur was sie möchten - auch alleine oder mit anderen Partnern - , andere Staaten haben nicht genug Geld und keine Lust um in globale Sicherheitsinteressen zu investieren. Das multinationale Konzept wird durch Bi- und Unilateralismus abgelöst. Diese sicherheitspolitische Flickschusterei bedroht meiner Ansicht nach die globale Sicherheit und noch mehr den Frieden, zu beobachten im Irak ebenso wie in Afghanistan.

Für die Türkei ist die NATO für die Zeit bis zum EU-Beitritt noch die tragfähigste Bündnis-Brücke in den Westen.

Sind die Tage der NATO gezählt?

LG TheCore
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Alt 25.10.2007, 19:39
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AW: Zukunft der NATO

Zitat:
Zitat von TheCore Beitrag anzeigen
Jetzt möchte ich doch wissen, ob das außer mir noch jemanden interessiert

Sind die Tage der NATO gezählt?

LG TheCore

Nein, sicher nicht. Gerade jetzt besinnt sich Russland auf alte, längst überwunden geglaubte Verhaltensmuster. Mit den islamischen Staaten, vor allem Iran, ist ein neuer, noch unbekannter Gegner entstanden und die uneinigkeit der Europäer auf militärischem Gebiet kann die NATO nie ersetzen
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TheCore (25.10.2007)
  #3 (Permalink)  
Alt 25.10.2007, 20:52
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AW: Zukunft der NATO

Zitat:
Zitat von sdost Beitrag anzeigen
Nein, sicher nicht. Gerade jetzt besinnt sich Russland auf alte, längst überwunden geglaubte Verhaltensmuster. Mit den islamischen Staaten, vor allem Iran, ist ein neuer, noch unbekannter Gegner entstanden und die uneinigkeit der Europäer auf militärischem Gebiet kann die NATO nie ersetzen
Feinde oder zumindest Gegner gäbe es gewiss genug. Aber sind nicht gerade Iran und Russland die Prüfungen, an denen die NATO scheitern wird oder - wie ich es in der Frage des Raketenabwehrschilds sehe - schon gescheitert ist.

Der Einfluss der Sicherheitslage des islamischen Kulturkreises auf nationale Interessen wird sehr unterschiedlich gesehen, wenn es um konkreten Einsatz geht. Die Mehrheit der Deutschen möchte jetzt schon unsere Soldaten aus Afghanistan abziehen. Ich denke, dass zukünftige Allianzen kurzfristig und fallspezifisch gebildet werden.
Du hast hier einmal die Drohung Frankreichs an den Iran angesprochen. Ich glaube im Ernstfall wird sich die militärische Zusammenarbeit Europas mit den USA auf ein gerade noch diplomatisch vertretbares Minimum beschränken. Einerseits weil die USA und Israel eventuell nicht auf des Ende der europäischen Geduld warten, andererseits weil wegen China die UNO nie dieselbe eindeutige Rückendeckung wie bei Afghanistan geben wird.

Zudem erfordern die zukünftige Bedrohungen das Handeln ohne eindeutiges Eintreten des Bündnisfalles. Die Anschläge des 11. September hätte man auch als einfache Straftat interpretieren können (vielleicht sogar müssen).
Juristische Verpflichtungen des Bündnisvertrags müssten durch schlichten Konsens ersetzt werden, Konsens, den es weniger denn je gibt.
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  #4 (Permalink)  
Alt 26.10.2007, 08:00
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AW: Zukunft der NATO

Zitat:
Zitat von TheCore Beitrag anzeigen
Sind die Tage der NATO gezählt?

LG TheCore
Kann ich mir nicht vorstellen.

Zitat:
Zitat von TheCore Beitrag anzeigen
Die Mehrheit der Deutschen möchte jetzt schon unsere Soldaten aus Afghanistan abziehen.
Deutsche Soldaten gehören weder auf den Balkan, noch an den Hindukusch, sie gehören abgeschafft!
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  #5 (Permalink)  
Alt 26.10.2007, 17:49
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AW: Zukunft der NATO

Der Einsatz der deutschen Truppen in Afghanistan war von der Schröderregierung als Ausgleich für die Nichtteilnahme am Irakkrieg gedacht. Die NATO verhält sich sehr ungeschickt indem die Ängste Russlands wiederbelebt werden. Die ehemaligen Ostblockstaaten hätten nie so schnell in die NATO aufgenommen werden dürfen.
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  #6 (Permalink)  
Alt 28.10.2007, 13:59
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AW: Zukunft der NATO

Zitat:
Zitat von sdost Beitrag anzeigen
Der Einsatz der deutschen Truppen in Afghanistan war von der Schröderregierung als Ausgleich für die Nichtteilnahme am Irakkrieg gedacht.
Das war bescheuert. Er hätte die Sache konsequent durchziehen müssen. Der Einsatz des THW wäre in Ordnung gewesen.

Er hätte mal den Altbundeskanzler Schmidt um Rat fragen sollen.

Zitat:
Zitat von sdost Beitrag anzeigen
Die NATO verhält sich sehr ungeschickt indem die Ängste Russlands wiederbelebt werden.
Besonders Herr Bush mit seinem potiemkinschen Raketenschild.
Der Mann, den einige schon länger als Kriegsverbrecher bezeichnen, wird der Welt viele Probleme hinterlassen.
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  #7 (Permalink)  
Alt 28.10.2007, 14:06
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AW: Zukunft der NATO

Zitat:
Zitat von alterali Beitrag anzeigen
Das war bescheuert. Er hätte die Sache konsequent durchziehen müssen. Der Einsatz des THW wäre in Ordnung gewesen.

Er hätte mal den Altbundeskanzler Schmidt um Rat fragen sollen.



Besonders Herr Bush mit seinem potiemkinschen Raketenschild.
Der Mann, den einige schon länger als Kriegsverbrecher bezeichnen, wird der Welt viele Probleme hinterlassen.

Bush ist in den Händen des Militärs. Vor einiger Zeit gab es einen Bericht im Fernsehen, wo die Abschiedsrede Eisenhowers gebracht wurde. Er warnte damals vor dem Erstarken des "Militärisch-Industriellen-Waffenkomplexes" in den USA. Er hatte wohl prophetische Gaben, denn schon Kennedy konnte sich nicht mehr davon befreien und heute sitzen diese Leute fest im Sattel
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  #8 (Permalink)  
Alt 01.11.2007, 15:32
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Zitat:
Zitat von sdost Beitrag anzeigen
Bush ist in den Händen des Militärs. Vor einiger Zeit gab es einen Bericht im Fernsehen, wo die Abschiedsrede Eisenhowers gebracht wurde. Er warnte damals vor dem Erstarken des "Militärisch-Industriellen-Waffenkomplexes" in den USA. Er hatte wohl prophetische Gaben, denn schon Kennedy konnte sich nicht mehr davon befreien und heute sitzen diese Leute fest im Sattel
Als ich mich mal für das Kennedy Attentat interessiert habe, habe ich mich intensiver mit ein paar Biografien und Familiengeschichten beschäftigt. Ist schon erstaunlich, worauf man da stößt. Wenn man beispielsweise bei Bushs Großvater ansetzt, findet man die Bekanntschaft mit den Dulles-Brüdern, von da geht der Faden unter anderem weiter zu Johnson und Nixon. Erstmal bei Nixon angekommen, tauchen auch schon Bush Senior und Rumsfeld auf, wobei Bush Dick Cheney im Schlepptau hat. Wirklich schockierend was sich da über die Parteigrenzen hinweg für ein Sumpf gebildet hat. Irgendwo besteht immer ein Link von dem einen Schlawiner zum anderen in Form von (Öl-)Firmen, persönlicher Vertrautheit und seltsamer Ähnlichkeit des Werdegangs in Sachen Militär, CIA und Industrie. Das erweckt den Eindruck, dass jede politische Kontroverse nur schlecht gespieltes Theater fürs Volk ist.
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Alt 01.11.2007, 15:37
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Zitat:
Zitat von TheCore Beitrag anzeigen
Als ich mich mal für das Kennedy Attentat interessiert habe, habe ich mich intensiver mit ein paar Biografien und Familiengeschichten beschäftigt. Ist schon erstaunlich, worauf man da stößt. Wenn man beispielsweise bei Bushs Großvater ansetzt, findet man die Bekanntschaft mit den Dulles-Brüdern, von da geht der Faden unter anderem weiter zu Johnson und Nixon. Erstmal bei Nixon angekommen, tauchen auch schon Bush Senior und Rumsfeld auf, wobei Bush Dick Cheney im Schlepptau hat. Wirklich schockierend was sich da über die Parteigrenzen hinweg für ein Sumpf gebildet hat. Irgendwo besteht immer ein Link von dem einen Schlawiner zum anderen in Form von (Öl-)Firmen, persönlicher Vertrautheit und seltsamer Ähnlichkeit des Werdegangs in Sachen Militär, CIA und Industrie. Das erweckt den Eindruck, dass jede politische Kontroverse nur schlecht gespieltes Theater fürs Volk ist.

Darüber hinaus kommen fast alle von der gleichen Elite-Uni und haben ihre Netzwerke
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