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Aschurefest in Antalya
Eine Veranstaltung, der eine völkerverbindende Idee zugrunde liegt
Der türkische Verein AKDIM – Antalya Interkulturelles Dialog-Zentrum – hatte zum Aschure-Fest eingeladen.
Ich war dabei. Hatte meinen Spaß, habe viel dazugelernt und bin von der Botschaft , die das fest überbringen soll und von der Art und Weise der Umsetzung sehr angetan.
Der Verein AKDIM, der 2005 gegründet wurde, möchte in Antalya lebende Angehörige anderer Nationen verbinden und damit einen lokalen Beitrag für den Weltfrieden leisten. Hier geht es nicht um Kommerz sondern um Nächstenliebe und Freunschaften, die über Ländergrenzen hinweg Menschen verschiedener Nationalitäten und Religionszugehörigkeiten verbinden.
Eine gute Möglichkeit zur Umsetzung dieser Ziele bildet das Aschurefest.
Das Wort "Aschure" kommt aus dem Arabischen und bedeutet soviel wie "Zehn" oder "Zehnter Tag". Der zehnte Tag des ersten Monats des arabischen Mondkalenders wird deshalb "Aschure Tag" genannt. Sowohl in religiösen, als auch in historischen Texten wird berichtet, daß an diesem Tag zehn wichtige und außergewöhnliche Ereignisse stattgefunden haben. Eines der besonderen Ereignisse ist das Stranden der Arche Noah nach der Sinnflut. Aus den damals nur noch spärlich und scheinbar nicht miteinander kombinierbaren vorhandenen Nahrungsresten bereiteten die glücklich Geretteten ein gemeinsames Essen. Diese ganz besondere und auf eine eigene Art sehr leckere Mahlzeit erhielt den Namen "Aschure". Seit dieser Zeit ist es gute Tradition in Anatolien, am zehnten Tag des arabischen Monats "Muharrem" diese Speise zuzubereiten und Nachbarn, Freunden und seinen Lieben in einer symbolischen Geste zu reichen.
In der "Aschure" finden sich Getreidesorten unterschiedlichster Art zu einer gemeinsamen Mahlzeit zusammen – ein Metahpher dafür, daß sich auch Menschen aus unterschiedlichsten Herkünften, Ansichten und Kulturen zu einer kosmopolitischen Einheit zusammenfinden können. Die unterschiedlichen Getreidesorten in der "Aschure" lösen sich dabei nicht auf, sondern bleiben in ihrer Eigenart bestehen und ergänzen und bereichern das Mahl.
AKDIM hat diese Idee aufgegriffen und zeitgemäß umgesetzt. Das Programm zum "Aschure Fest" am 20.1.2008 wurde zeitgleich in drei verschiedenen Ländern organisiert. Das Fest fand am gleichen Nachmittag in der Türkei, in Deutschland und in Israel statt. Drei verschieden Kulturen, drei verschieden Religionen. Die Türkei steht für den Islam, Deutschland für das Christentum und Israel für das Judentum. Die Menschen, die hier aus den verchiedensten Ländern zusammenkamen, trafen sich symbolisch auf der Arche Noah. Um diese Geste noch weiter zu unterstreichen, fanden die drei Veranstaltungen auf Schiffen statt.
In Antalya fanden sich die Gäste auf der "Queen Elisabeth" ein, einem Hotel, daß wie ein Schiff gebaut ist .Es kamen Touristen, hier lebende Ausländer und Türken zusammen. Es waren u.a. Deutsche, Russen und Engländer, die Gemeinsamkeiten unterstreichen wollten, nicht das Trennende zwischen den Völkern und Religionen.
Wichtige Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben haben Reden gehalten, die die Notwendigkeit der Völkerverständigung über Ländergrenzen hinweg, unterstrichen. Es gab eine Simultanschaltung nach Deutschland zu den Teilnehmern der Analogveranstaltung in Frankfurt.
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Das Kulturprogramm stand ganz im Zeichen von "Aschure" und war wirklich international.Ülkü Kaya setzte mit ihrer Theatergruppe junger türkischer Studenten, das Thema "Sinnflut" und "Aschure" tänzerisch um. Danach sang der Chor " Dünya Renkleri Korosu" – "Die Farben der Welt"Später Lieder zum Thema. Es waren 15 junge Menschen, aus 15 verschiedenen Ländern., die gemeinsam in der Türkei studieren.
Für mich war es ein Symbol dafür, daß in Zukunft die Menschen es wohl doch schaffen können, trotz unterschiedlicher Herkunft, Religion oder Hautfarbe friedlich miteinander zu leben.
Ähnlich wie der süße Geschmack der "Aschure" entstand bei der Veranstaltung eine eigene köstliche Atmosphäre aus Toleranz, Freundschaft und Verständigung.
Ich hoffe, daß es so weitergeht, wie der Veranstalter es wünscht:: "Erst im Kleinen und regional begrenzt, kann und wird diese Stimmung wachsen und sich ausbreiten."
(Unter Verwendung von Informationsmaterial des Vereins AKDIM)
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