| Aktuelle Ereignisse Neuigkeiten, Aktuelles aus aller Welt oder Veranstaltungstipps sind hier willkommen. |

21.02.2008, 19:21
|
 |
TT-Schreck
|
|
Registriert seit: 29.08.2006
Beiträge: 25.022
Thanks: 5.444
Thanked 3.058 Times in 2.482 Posts
|
|
|
Bildung und dann?
Hoch motiviert, qualifiziert und unterbezahlt. Bei der angespannten Haushaltslage an deutschen Universitäten wird eine sichere Karriereplanung immer schwieriger. Statt unbefristetem Super-Job winkt der Putz-Nebenjob. In Uni-Kreisen spricht man von "wissenschaftlichem Prekariat".
Knapp 660 Euro für 19 Stunden Arbeit in der Woche - das ergibt 10,17 Euro Stundenlohn. Keine schlechte Bezahlung für einen Nebenjob in Ostdeutschland, wo der durchschnittliche Lohn für solche Beschäftigungen bei ca. sechs bis sieben Euro liegt. Doch Robert Feustels Anstellung ist kein Nebenjob. Der neunundzwanzigjährige Politikwissenschaftler arbeitet als wissenschaftliche Hilfskraft an der Uni Leipzig, er hat einen Uni-Abschluss, gibt ein Seminar und arbeitet für seinen Professor. Feustel verbringt deutlich mehr Zeit im Büro, als er laut Vertrag müsste. "Es ist mittlerweile üblich, halbe Stellen zu bezahlen und 40 Stunden arbeiten zu lassen", sagt Feustel. Er hat zwei Kinder, seine Freundin, die noch studiert, bekommt Arbeitslosengeld II. "Allein von dem Geld, das die Uni mir zahlt, könnte ich keineswegs leben", erklärt Robert Feustel. Das Geld reicht monatlich gerade für die Fixkosten, so dass er Nebenjobs annehmen muss. Feustel gehört so zu den rund 30.000 wissenschaftlichen Mitarbeitern an deutschen Unis, die lehren, forschen und Projekte organisieren und für nur knapp 20 Stunden oder weniger bezahlt werden. Für diese Existenzform hat sich mittlerweile der Begriff "wissenschaftliches Prekariat" eingebürgert.
Die Situation des Politikwissenschaftlers ist an deutschen Unis inzwischen Standard. Denn immer mehr Studenten drängen nach ihrem Abschluss auf die wenigen Promotionsstellen, die aber kaum Zeit lassen, an der Doktorarbeit zu schreiben. Trotzdem ist Feustel glücklich mit seinem Job, auch wenn er weiß, dass er unterbezahlt ist. Aber der Politikwissenschaftler kennt es nicht anders und hat sich darauf eingerichtet, dass seine Karriere nicht planbar ist "Ein Promotionstitel ist gut für den Arbeitsmarkt", so Feustel. Anderen fällt es schwerer, sich immer wieder neu auf Stellen bewerben zu müssen, in der Hoffnung irgendwann einmal auf einer festen Stelle zu landen.
http://www.stern.de/unterhaltung/buecher/611685.html
__________________
Frage nicht was ich für dich tun kann, sondern was du für mich tun kannst.
Werde Mitglied bei Ordo Templi Orientis
|

21.02.2008, 19:38
|
 |
TT-Überall-Mitmischer
|
|
Registriert seit: 19.04.2007
Ort: mittenmang
Beiträge: 2.201
Thanks: 220
Thanked 334 Times in 267 Posts
|
|
|
AW: Bildung und dann?
Ich kenne dieses Elend auch aus der näheren Bekanntschaft.
Stellen an Unis und Forschungsinstituten werden in zwei Halbtagsstellen aufgeteilt, aber es wird erwartet das beide voll arbeiten.
Professoren als Ausbeuter der ihnen Anvertrauten quetschen sie aus und lassen sie fallen, lassen sich schon mal ihre Geburtstagsparty (Ausflug usw.) von den Angestellten bezahlen (freiwillige erwartete Sammlung).
Ich konnte solche Erzählungen kaum glauben.
__________________
Im Osten geht der (Halb)mond auf.
|

21.02.2008, 19:41
|
 |
TT-Schreck
|
|
Themenstarter  
Registriert seit: 29.08.2006
Beiträge: 25.022
Thanks: 5.444
Thanked 3.058 Times in 2.482 Posts
|
|
|
AW: Bildung und dann?
Also dann wundert mich der Drang der Akademiker nach Amerika zu gehen überhaupt nicht. So etwas darf es gar nicht geben. Die Politiker sind doch ein Idiotenhaufen
__________________
Frage nicht was ich für dich tun kann, sondern was du für mich tun kannst.
Werde Mitglied bei Ordo Templi Orientis
|

21.02.2008, 20:26
|
|
TT-Stammposter
|
|
Registriert seit: 04.09.2006
Alter: 37
Beiträge: 1.439
Thanks: 232
Thanked 255 Times in 191 Posts
|
|
|
AW: Bildung und dann?
Es herrscht in der Öffentlichkeit das falsche Bild, wonach Doktoranden als wissenschaftliche Mitarbeiter bzw. Universitätsangehörige gut verdienten. In einigen Fällen gibt es zeitweise kein Geld. Menschen, die einen eigenen Haushalt haben oder gar Familie, müssen nebenbei arbeiten, wenn sie keine anderweitige Unterstützung erfahren.
Mir selbst ging es nie um Geld, sondern war vom Gedanken geleitet, bessere Chancen zu haben (eine Investition für die Zukunft ).
Ich hatte das Glück, einen menschlichen, geduldigen und verständnisvollen Betreuer meiner Arbeit zu haben, was nicht selbstverständlich ist.
__________________
Ich erfülle keine Übersetzungswünsche von Personen, die ihren Partner betrügen oder eine andere Beziehung gefährden.
|

22.02.2008, 17:31
|
 |
TT-Schreck
|
|
Themenstarter  
Registriert seit: 29.08.2006
Beiträge: 25.022
Thanks: 5.444
Thanked 3.058 Times in 2.482 Posts
|
|
|
AW: Bildung und dann?
Kein Wunder, dass in Berlin alleine rund 800 Ärzte Taxi fahren. Als Fahrer wohlgemerkt!
__________________
Frage nicht was ich für dich tun kann, sondern was du für mich tun kannst.
Werde Mitglied bei Ordo Templi Orientis
|

22.02.2008, 19:11
|
 |
TT-Überall-Mitmischer
|
|
Registriert seit: 19.04.2007
Ort: mittenmang
Beiträge: 2.201
Thanks: 220
Thanked 334 Times in 267 Posts
|
|
|
AW: Bildung und dann?
Eine Facette des Problems läuft unter dem Stichwort " Generation Praktikum".
Leute mit guter und speziell auch akademischer Ausbildung, die keinen Job finden, versuchen einen Praktikantenplatz (auch mit völlig unzureichender Bezahlung) zu ergattern.
Dies wurde/wird von Arbeitgebern systematisch ausgenutzt.
__________________
Im Osten geht der (Halb)mond auf.
|

22.02.2008, 19:13
|
 |
TT-Schreck
|
|
Themenstarter  
Registriert seit: 29.08.2006
Beiträge: 25.022
Thanks: 5.444
Thanked 3.058 Times in 2.482 Posts
|
|
|
AW: Bildung und dann?
Zitat:
Zitat von alterali
Eine Facette des Problems läuft unter dem Stichwort " Generation Praktikum".
Leute mit guter und speziell auch akademischer Ausbildung, die keinen Job finden, versuchen einen Praktikantenplatz (auch mit völlig unzureichender Bezahlung) zu ergattern.
Dies wurde/wird von Arbeitgebern systematisch ausgenutzt.
|
Da wurden jahrelang von Arbeitgeberseite "amerikanische Verhältnisse" eingefordert und nun ist es schlimmer als in den USA
__________________
Frage nicht was ich für dich tun kann, sondern was du für mich tun kannst.
Werde Mitglied bei Ordo Templi Orientis
|
|
Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)
|
|
|
| Themen-Optionen |
|
|
| Ansicht |
Linear-Darstellung
|
Forumregeln
|
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge anzufügen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.
HTML-Code ist Aus.
|
|
|
Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 12:54 Uhr.
Sie sind hier:
Bildung und dann? - Aktuelle Ereignisse - Deutsch-Türkisches Forum
|