V-Mann unter Mordverdacht
Nach der Ermordung von drei Georgiern sitzt ein V-Mann des rheinland-pfälzischen LKA in Haft. Nach Medienberichten ist er nicht der einzige Verdächtige in dem mysteriösen Fall, in dem ein Raubmord genauso wie ein islamistisch inspirierter Ritualmord in Betracht gezogen werde.
Die getöteten Georgier Spartak Arushanov, Pavle Egazde und Giogi Gabroshvili
Der V-Mann des Landeskriminalamtes wurde nach Angaben der zuständigen Staatsanwaltschaft Frankenthal bereits am 15. Februar festgenommen. Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ) vom Donnerstag sitzt außer dem V-Mann auch noch der in Ermittlerkreisen einschlägig bekannte Islamist Ahmed H. in Haft. Beide sollen sich gegenseitig des Mordes an den drei Georgiern bezichtigen. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft wollte dies allerdings nicht bestätigen.
Die drei 28, 39 und 48 Jahre alten Georgier wurden seit Ende Januar vermisst – bis ihre Leichen am Mittwoch im Altrhein bei Mannheim gefunden wurden. Sie waren am 28. Januar mit einem weiteren Landsmann nach Deutschland eingereist, um mit Autos zu handeln. Zuletzt waren die drei späteren Todesopfer am 30. Januar in Ludwigshafen gesehen worden, als sie in ein weißes Auto einstiegen. Ihr Landsmann meldete sie kurze Zeit später als vermisst.
Blut im LKA-Auto
Nach Informationen der „SZ“ und des Fernsehsenders RTL wurde in einem von dem V-Mann genutzten Auto des LKA Blut gefunden, das von einem der getöteten Männer stammt. Unter Berufung auf hochrangige Ermittler schreibt die Zeitung, der V-Mann, ein ursprünglich aus dem Nahen Osten stammender Deutscher, sei schon seit Jahren in der islamistischen Szene im Einsatz und habe bislang zuverlässig gearbeitet. Er behauptet demnach, die drei Georgier seien von Ahmed H. und anderen teils vermummten Männern getötet worden, als sie mit ihm eigentlich wegen eines Autogeschäfts unterwegs waren.
Zunächst habe sich Ahmed H., der auch Autohändler sei, darüber aufgeregt, dass einer der Georgier eine Kette mit einem Kreuz als Anhänger getragen habe. Dann sei zwischen beiden Gruppen ein heftiger Streit entbrannt, in dem es unter anderem um die Haltung Georgiens im Tschetschenien-Krieg gegangen sei, mit dem Russland offiziell muslimische Extremisten bekämpfen wollte. Die Vermummten hätten den Georgiern vorgeworfen, dabei geholfen zu haben, ihre Brüder zu ermorden. Schließlich seien zwei Georgier erschossen und der dritte entführt worden – angeblich um bei einem Imam im Großraum Frankfurt wie ein Tier geschächtet zu werden.
Quelle und weiter
http://www.focus.de/politik/deutschl...id_263123.html