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Zitat von TheCore
Erstens hechelt die Außenpolitik heute ausschließlich und ohne eigenes Profil den Bedürfnissen der Wirtschaft hinterher. In der Wirtschaft regiert derzeit bekanntlich die Gier, welche rationale Überlegungen durch Leichtsinn und Kurzsichtigkeit ersetzt.
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richtig. hauptsache, es kann verkauft werden. eine milliarde chinesen als kunden können nicht so einfach unter den tisch gekehrt werden. wen kümmern da schon ein paar menschenrechte?
um zum thema tibet zurückzukommen. hier möchte ich gerne einmal auf die geschichte zurückgreifen- es kann nicht schaden, die energien des konfliktes zu analysieren...denn im grunde ist die tibetfrage nichts anderes als das ewig alte spiel ost gegen west:
- in alten atlanten taucht tibet bereits als teil chinas auf. das hat den grund, dass china bereits 1720 tibet zum protektorat mit voller autonomie erklärt hat. vorteil tibet: sicherung der grenzen durch ein mächtiges reich. vorteil china: eindeutige definition der außengrenzen
- das ganze ging fast 200 jahre gut, doch dann kamen die briten ins spiel: england hatte angst, dass russland seine fühler nach tibet ausstrecken könnte. 1904 erreichte francis younghusband lhasa, der widerstand der mittelalterlich ausgerüsteten tibetischen armee kann als nicht nennenswert betrachtet werden. der dalai lama verbannte den chinesischen vertreter aus lhasa, die briten setzten durch, dass nicht nur der handel mit britsch-indien erleichtert wurde, sondern dass tibet ohne einverständnis der briten keinerlei verhandlungen nach aussen aufnehmen dürfte. man wurde faktisch britisches protektorat- england akzeptierte nicht die chinesischen aussengrenzen...
- nach zusammenbruch des kaiserreiches hatte china genug andere baustellen zu beackern. tibet wurde erst mal uninteressant. 1913 erklärte der dalai lama tibets unabhängigkeit. problem bei der sache: diese unabhängigkeit wurde von keinem staat der welt je anerkannt. es erfolgte auch kein beitritt zum völkerbund. da hat tibet gepennt, da beisst die maus keinen faden ab- wie auch, schließlich handelte es sich um ein von religiösen würdenträgern geführtes, feudalistisches land...
- für china wurden mit dem 17-punkte plan 1951 eindeutig wieder die alten verhältnisse hergestellt. die tibetische seite argumentiert, diese vereinbarungen seien damals mit der mandschu-dynastie geschlossen worden und würden nicht für die han-chinesen gelten...
soviel in groben stichworten zum historischen kontext.
das rechtfertigt natürlich niemals die chinesischen menschenrechtsverletzungen der letzten 50 jahre. aber ich finde es nicht schlecht, auch einmal auf die historischen details hinzuweisen.
denn der westen mit seiner imperialistischen gier ist keineswegs unschuldig an der heute herrschenden situation. das vergisst man nur bei der vorliebe zur eurozentrischen denkweise leicht...