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  #31 (permalink)  
Alt 22.03.2008, 13:35
Genevieve
 
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AW: Blutiger Aufstand in Tibet

Zitat:
Zitat von TheCore Beitrag anzeigen

Erstens hechelt die Außenpolitik heute ausschließlich und ohne eigenes Profil den Bedürfnissen der Wirtschaft hinterher. In der Wirtschaft regiert derzeit bekanntlich die Gier, welche rationale Überlegungen durch Leichtsinn und Kurzsichtigkeit ersetzt.
richtig. hauptsache, es kann verkauft werden. eine milliarde chinesen als kunden können nicht so einfach unter den tisch gekehrt werden. wen kümmern da schon ein paar menschenrechte?

um zum thema tibet zurückzukommen. hier möchte ich gerne einmal auf die geschichte zurückgreifen- es kann nicht schaden, die energien des konfliktes zu analysieren...denn im grunde ist die tibetfrage nichts anderes als das ewig alte spiel ost gegen west:

- in alten atlanten taucht tibet bereits als teil chinas auf. das hat den grund, dass china bereits 1720 tibet zum protektorat mit voller autonomie erklärt hat. vorteil tibet: sicherung der grenzen durch ein mächtiges reich. vorteil china: eindeutige definition der außengrenzen

- das ganze ging fast 200 jahre gut, doch dann kamen die briten ins spiel: england hatte angst, dass russland seine fühler nach tibet ausstrecken könnte. 1904 erreichte francis younghusband lhasa, der widerstand der mittelalterlich ausgerüsteten tibetischen armee kann als nicht nennenswert betrachtet werden. der dalai lama verbannte den chinesischen vertreter aus lhasa, die briten setzten durch, dass nicht nur der handel mit britsch-indien erleichtert wurde, sondern dass tibet ohne einverständnis der briten keinerlei verhandlungen nach aussen aufnehmen dürfte. man wurde faktisch britisches protektorat- england akzeptierte nicht die chinesischen aussengrenzen...

- nach zusammenbruch des kaiserreiches hatte china genug andere baustellen zu beackern. tibet wurde erst mal uninteressant. 1913 erklärte der dalai lama tibets unabhängigkeit. problem bei der sache: diese unabhängigkeit wurde von keinem staat der welt je anerkannt. es erfolgte auch kein beitritt zum völkerbund. da hat tibet gepennt, da beisst die maus keinen faden ab- wie auch, schließlich handelte es sich um ein von religiösen würdenträgern geführtes, feudalistisches land...

- für china wurden mit dem 17-punkte plan 1951 eindeutig wieder die alten verhältnisse hergestellt. die tibetische seite argumentiert, diese vereinbarungen seien damals mit der mandschu-dynastie geschlossen worden und würden nicht für die han-chinesen gelten...

soviel in groben stichworten zum historischen kontext.
das rechtfertigt natürlich niemals die chinesischen menschenrechtsverletzungen der letzten 50 jahre. aber ich finde es nicht schlecht, auch einmal auf die historischen details hinzuweisen.
denn der westen mit seiner imperialistischen gier ist keineswegs unschuldig an der heute herrschenden situation. das vergisst man nur bei der vorliebe zur eurozentrischen denkweise leicht...
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TheCore (22.03.2008)
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  #32 (permalink)  
Alt 22.03.2008, 13:57
Anouk
 
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AW: Blutiger Aufstand in Tibet

Zitat:
Zitat von TheCore Beitrag anzeigen
(...)In der Wirtschaft regiert derzeit bekanntlich die Gier, welche rationale Überlegungen durch Leichtsinn und Kurzsichtigkeit ersetzt. Solange man nur zwei Quartalsberichte voraus denkt, mag es sinnvoll erscheinen, hoch sensible Fertigungsstätten nach China zu verlagern. Dass man damit milliardenschwere Technologien, die schon hierzulande Ziel massiver asiatischer Spionage sind, nicht nur exportiert sondern definitiv an Konkurrenten abgibt, wird nur unzureichend bedacht. Neben den Lohnerwartungen eine von vielen strukturellen Fehlplanungen, der die Politik bereitwillig Glauben schenkt. (...)
Richtig! Bei weitem nicht das einzige, aber ein markantes Beispiel: Der Flop mit dem milliardenschweren Transrapid-Projekt.
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  #33 (permalink)  
Alt 23.03.2008, 17:12
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AW: Blutiger Aufstand in Tibet

Zitat:
Zitat von TheCore Beitrag anzeigen
Es reichte nur ein unvoreingenommener Blick, um zu erkenne, dass China kein Vorzeigeland ist und die nächsten 30 Jahre nicht sein wird.
An China hatte ich sicherlich nicht dabei gedacht. Es gibt aber zahlreiche Länder, die gerne so auftreten, indem anderen Ländern sagen, wo sie lang zu gehen haben. Und auch mal das "böse böse" austeilen. Bei China verkneift man sich dies aus eigenen Interessen. Dies halte ich für heuchlerisch.
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  #34 (permalink)  
Alt 26.03.2008, 09:59
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mar mar ist offline
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AW: Blutiger Aufstand in Tibet

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  #35 (permalink)  
Alt 26.03.2008, 10:02
marion44
 
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AW: Blutiger Aufstand in Tibet

wenn ich fackelläuferin wäre, für olympia.....
würd ich die fackel genau an der grenze von china fallen lassen......
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  #36 (permalink)  
Alt 26.03.2008, 11:08
Anouk
 
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AW: Blutiger Aufstand in Tibet

Zitat:
Zitat von marion44 Beitrag anzeigen
wenn ich fackelläuferin wäre, für olympia.....
würd ich die fackel genau an der grenze von china fallen lassen......
Dann würde ein chinesischer Funktionär sie aufheben, wieder entzünden, und alles andere würde unter der Zensurwalze begraben.

War halt keine gute Idee, die Spiele nach China zu vergeben.
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  #37 (permalink)  
Alt 26.03.2008, 12:17
marion44
 
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AW: Blutiger Aufstand in Tibet

Zitat:
Zitat von Anouk Beitrag anzeigen
Dann würde ein chinesischer Funktionär sie aufheben, wieder entzünden, und alles andere würde unter der Zensurwalze begraben.

War halt keine gute Idee, die Spiele nach China zu vergeben.
ja, aber dann soll der sich bücken..und selbst laufen...

ich mein, die chinesen werden doch eh von ihrem regime verarscht...und können nichts dagegen machen...
wir im rest der welt wissen das aber...und brauchen ja nicht noch gute miene zum bösen spiel zu machen...
ich denke es würde jedem chinesen wohl ins auge springen warum zur eröffnung der spiele keine andere nation am start ist..

soviele funktionäre können die gar nicht in die arena schicken, die dann weitsprung und co ausführen....
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  #38 (permalink)  
Alt 26.03.2008, 12:19
Anouk
 
Beiträge: n/a
AW: Blutiger Aufstand in Tibet

Wegen der rigorosen Medienzensur beginnt die chinesische Öffentlichkeit langsam, an eine Verschwörungstheorie zu glauben: Der Dalai Lama beabsichtige, mit Hilfe des Westens das sozialistische China zu stürzen und zu spalten. Völliger Unsinn, sagt Axel Berkovsky, Berater der Europäischen Union: "China darauf hinzuweisen, die Menschenrechte in Tibet und sonst wo zu beachten, ist keine Abspaltungstaktik. China hat Menschenrechtsprobleme."

Solange China jedoch keine freien Medien hat, werden die Menschen wohl kaum von der Verschwörungstheorie abrücken. Näheres hier...
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  #39 (permalink)  
Alt 26.03.2008, 12:35
marion44
 
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AW: Blutiger Aufstand in Tibet

im grunde ist es ja erschreckend...aber genauso bewundernswert..
wie es ein regime schafft, über eine milliarde menschen, im zeitalten von raumfahrt und satelitten, handy und pc, fernsehen und presse...
komplett von der wahrheit abzuschotten..

ich frage mich schon das eine oder andere mal......
in wieweit wir hier, überhaupt "richtige" nachrichten bekommen.....

wenn man so viele menschen auf einmal unterdrücken kann, muss es doch ein leichtes sein, uns hier genauso zu manipulieren....
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  #40 (permalink)  
Alt 26.03.2008, 12:51
TT-Überall-Mitmischer
 
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AW: Blutiger Aufstand in Tibet

Zitat:
Zitat von marion44 Beitrag anzeigen
im grunde ist es ja erschreckend...aber genauso bewundernswert..
wie es ein regime schafft, über eine milliarde menschen, im zeitalten von raumfahrt und satelitten, handy und pc, fernsehen und presse...
komplett von der wahrheit abzuschotten..

ich frage mich schon das eine oder andere mal......
in wieweit wir hier, überhaupt "richtige" nachrichten bekommen.....

wenn man so viele menschen auf einmal unterdrücken kann, muss es doch ein leichtes sein, uns hier genauso zu manipulieren....


Das würde mich auch interessieren.
Die haben doch sicher in China CNN .
Wahrscheinlich sind die ganzen Nachrichten zensiert.
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