Die weltweite Nahrungsmittelkrise beschäftigt jetzt auch die Bundesregierung. Noch vor der Sommerpause will das Kabinett über Strategien beraten, wie die landwirtschaftliche Produktion gesteigert werden kann. „Wir brauchen Klasse und Masse“, sagte Bundesverbraucherminister Horst Seehofer (CSU) in Berlin auf einem Kongress der Unionsbundestagsfraktion zur europäischen Agrarpolitik. Weltweit würde nur ein Drittel der nutzbaren Flächen auch tatsächlich bewirtschaftet, sagte Seehofer. „Wir müssen wieder eine Marktbalance zwischen Angebot und Nachfrage herstellen.“
Vor allem die gestiegene Nachfrage nach Nahrungsmitteln in Ländern wie China und Indien, aber auch der hohe Ölpreis und Spekulationsgeschäfte an den Börsen hatten die Preise in den vergangenen Monaten in die Höhe getrieben. Grundnahrungsmittel wie Reis, Weizen und Mais waren für die arme Stadtbevölkerung in den Entwicklungsländern nahezu unbezahlbar geworden. Die Menschen dort fühlten sich in ihrer Existenz bedroht und reagierten mit zum Teil gewalttätigen Protesten. Aber auch in Deutschland befürchten immer mehr Menschen, sich bestimmte Lebensmittel in Zukunft nicht mehr leisten zu können. „Die Produktion von Nahrungsmitteln muss wieder in den Mittelpunkt der Politik rücken“, sagte Seehofer.
Die Verbraucher in Deutschland akzeptierten dabei höhere Preise, wenn die heimischen Bauern davon profitieren würden, sagte der Minister. „Wir brauchen Bauern, die von der Landwirtschaft leben können.“ Die deutschen Bauern – große wie kleine Betriebe – müssten die Grundversorgung mit Nahrungsmitteln sichern. Er wolle nicht, dass Deutschland von Nahrungsmittelimporten abhängig werde.
Quelle und weiter:
http://www.welt.de/politik/article19....html#req Wik