Lieber Sdost- soviel Deutsch spreche ich noch dass ich verstehe dass nicht ich kritisiert werde, sondern Berlusconi.

Was mich bei den ganzen Aussagen sehr stoert, ist die Tatsache dass nur "Bildzeitungstitel" nachgeplappert werden. Speziell in diesem Forum, wenn man irgendwas ueber die Tuerkei oder ueber die tuerkischen Maenner sagt was nicht so ganz positiv klingt, wird man fast erdolcht - das sollte dann aber auch fuer andere Laender und Situationen gelten. Ich gebe auch keine Kommentare ueber die tuerkische und auch nicht ueber die deutsche Politik ab - weil ich nicht genug darueber weiss um etwas zu sagen was Hand und Fuss haette.
Um jetzt noch mal zu Berlusconi und seine Opponenten zurueckzukommen- Du hast recht wenn Du sagst dass ich schon sehr lange in Italien lebe und an die hiesigen Verhaeltnisse gewoehnt bin - obwohl ich manchmal wie ein Rohrspatz schimpfe wenn die Buerokratie ueberhand nimmt. Berlusconi ist keine "zwielichtige" Gestalt. Er ist ein Unternehmer wie es viele hier gegeben hat, von der Nachkriegszeit bis hin zu den 90er Jahren, genau so einer wie Agnelli (Fiat), der ueberall gelobt wird, nur weil er nicht in die Politik eingestiegen ist, wie De Benedetti, usw. usw. Die Art wie hier oeffentliche Auftraege vergeben wurden, waren fuer alle gleich - das heisst: der Unternehmer der einen oeffentlichen Bauauftrag haben wollte, oder auch was weiss ich, Uniformen fuer die Polizei oder Bundeswehr liefrn wollte, machte die Ausschreibung mit, wusste aber schon vorher alles Wesentliche um die Ausschreibung zu gewinnen - und der oder diejenigen die ihm diese Infos verschafften wollten natuerlich am Kuchen teilhaben. Das war das SYSTEM. Wer das nicht wollte oder konnte - nisba. Ein Beispiel: Ich arbeitete damals in einem der besten Hotels in Rom (68-70) - ein Kunde aus Sizilien kam jeden Monat, ging abends raus zum Pokerspielen mit gewissen Abgeordneten, kam morgens wieder wenn ich wieder im Dienst war, und sagte mir: Heute hast Du mir wieder Glueck gebracht- ich hab den ganzen Abend beim Pokern verloren! Und reichte ein fuerstliches Trinkgeld rueber. Das hiess das er seinen Auftrag in der Tasche hatte. Als ich beim Wiederaufbau des Ostens italienische Baufirmen nach Deutschland brachte habe ich dort, zu meinem grossen Erstaunen, gesehen was auch da abging - so ein grosser Unterschied war das nicht- abr es wurde gut vertuscht. Also bitte nicht so ueberhebliche Aussagen wenn man den Hintergrund nicht gut kennt.