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Zitat von sdost
In anderen Ländern werden auch nicht so hohe Ansprüche an Arbeitnehmer gestellt.
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Andere Länder leisten sich nicht so viel. Auch die Lohnnebenkosten finanzieren unseren Wohlstand. Mit dem Niedriglohnsektor wird nun versucht, die Personalkosten an das Qualifikationsniveau der bislang nicht zu beschäftigenden Leute anzupassen. Dabei tritt das Problem auf, dass unsere Sozialethik ebenso wie die wirtschaftliche Realität der Privathaushalte verlangen, diese Löhne staatlich aufzustocken. Ich würde schätzen, dass wir ca. 4 Millionen Arbeitnehmer oder potenzielle Arbeitnehmer haben, deren Fähigkeiten nicht ausreichen, um sich aus eigener Leistung in diesem Land über Wasser zu halten (selbst wenn man den Lebensstandard auf das tatsächliche Existenzminimum absenkt. Überzogene Ansprüche sind ein anderes Thema).
Natürlich ist die Wirtschaft nie besonders spendabel und sie kann auch vom Staat teilweise in die Pflicht genommen werden (Mindestlohn etc.). Nur muss der Staat auch einsehen, dass dann Menschen nach der Transformation von Qualifikation zu möglichem erzielbaren Einkommen unter diesen Mindestlohn fallen. Die müssen dann anderweitig versorgt werden, und so läge es im Interesse der Gesellschaft, diesen Bevölkerungsteil durch eine Bildungsinitiative zu reduzieren.
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Zitat von sdost
Warum ist z.B. eine Bäckereifachverkäuferin ein Lehrberuf?
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Ich verstehe jetzt nicht genau, worauf Du hinaus willst. Auch vermeintlich einfache Tätigkeiten sind nicht unbedingt aus dem Stegreif zu machen. Es würde die sozialen Probleme verschärfen, würde man auf Lehrzeit verzichten und stattdessen relativ überqualifizierte Leute einsetzen. Am unteren Ende des Spektrums fehlen dann die Arbeitsplätze.
Zudem hat die Lehre auch die Funktion der Probearbeitszeit. In Deutschland sind aus sozialen Gründen Beschäftigungsverhältnisse so stark reglementiert, dass es einem Unternehmer auch nicht zuzumuten ist, Menschen ohne verbriefte Qualifikation anzustellen (Gastronomie mal ausgenommen).